Lesung und Gespräch mit Stefan Isensee
Hans Brass (1885-1959) zählt zu den unterschätzten Künstlerpersönlichkeiten der klassischen Moderne. Sein Leben und Schaffen sind eng mit dem Ostseebad Ahrenshoop verknüpft: Über 25 Jahre – mit Unterbrechungen – lebt, arbeitet und malt der Berliner Avantgardist hier.
Die aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum ermöglicht einen umfassenden
Einblick in alle Schaffensphasen dieses originellen, fantasievollen und zeitkritischen Malers.
Stefan Isensee, Enkel von Hans Brass und Autor seiner Biografie liest an diesem Abend.
Nun sind wir beim letzten thematischen Stammtisch angekommen, im nächsten Monat gibt es ein anderes Format. Da hoffen wir natürlich weiter auf den Zuspruch, den der Stammtisch während seiner über zehnjährigen Existenz fand.
Das heutige Thema passte räumlich und zeitlich besonders gut zum Ort unseres Versammelns, zum Kunstmuseum. Es kamen diesmal 32 Interessenten. Nebenan ist in einem der Säle die Hans-Brass-Ausstellung noch zu besichtigen. Stefan Isensee stellte insbesondere an Hand von Einträgen aus den Brassschen Tagebüchern dessen Wirken während der Ahrenshooper Jahre in den Mittelpunkt. Die Tagebücher umfassen mehr als 4800 Doppelseiten. Da gab es besonders viel Anregungen, diese Texte noch ausführlicher kennenzulernen. Dank der umfangreichen Arbeit von Stefan Isensee ist das seit längerem im Internet möglich, dort findet man auch das Werkverzeichnis von Hans Brass.
Wir erfuhren manche Einzelheit aus der Geschichte der Bunten Stube, angefangen von Martha Wegscheider, die in den Tagebüchern auch bisweilen Maria genannt wird. Stefan Isensee hatte auch Texte ausgewählt, die uns Einblicke in das Dorfleben der letzten Kriegsjahre bis 1945 erlaubten. Eine schlimme Zeit.
Nach dem Austritt aus der Reichskulturkammer hatte Hans Brass das Malen ganz eingestellt, erst 1944 begann er wieder damit. In Ahrenshoop blieb er bis 1950.
Das vorliegende Werkverzeichnis, die Tagebücher und die gegenwärtige Ausstellung sind dazu angetan, diesen Künstler der „Verschollenen Generation“, manche nennen sie auch die „Verlorene Generation“, uns Heutigen wieder näherzubringen. Dafür sagen wir insbesondere Stefan Isensee herzlichen Dank!
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