Teil 5: Unsere heutige Sicht auf ihr Gesamtwerk
mit Gisela Seibt und Dr. Helmut Seibt, Wustrow
Von den über 50 Büchern und den mehreren Hundert journalistischen Arbeiten ist vieles auf unsere Zeit gekommen. Vieles davon ist erstaunlicherweise mit heutigen Augen noch gewinnbringend lesbar. Da offenbar bisher noch nicht publizierte Buchmanuskripte immer noch existieren und das Auffinden von Feuilletonbeiträgen auch noch nicht als abgeschlossen angesehen werden kann, steht noch manches auf der Agenda des Käthe-Miethe-Stammtisches. Die Anzahl der derzeit monatlich in der Reihe „Aus Käthe Miethes Feder“ publizierten Fundstücke, wird in diesem Jahr zwar schon die 50 erreichen, ein Ende ist aber erst in einigen Jahren in Sicht.
Abschließend wollen wir einige Projekte vorstellen und diskutieren.
Nun bog die Hommage auf die Zielgerade ein. 11 Teilnehmer versuchten im letzten Teil mit dem Abstand aus unserer heutigen Zeit einen Blick auf das Gesamtwerk von Käthe Miethe zu werfen. Insgesamt haben sich damit während der 5 Teile unserer Hommage 58 Teilnehmer für Leben und Werk dieser Schriftstellerin interessiert.
Aus den gut vier Jahrzehnten zwischen 1919 und 1961 hat uns Käthe Miethe ein recht umfangreiches journalistisches und schriftstellerisches Werk hinterlassen. Zu den 62 Büchern, die sie geschrieben bzw. übersetzt hat – das sind insgesamt knapp 9000 Buchseiten -, finden sich in der Deutschen Nationalbibliographie, die auch alle Nachauflagen erfasst, 143 Einträge. Dazu kommen noch weit über 100 journalistische Arbeiten für Zeitungen und Zeitschriften. Als ein Ergebnis dieser fünfteiligen Hommage haben wir ein chronologisches Publikationsverzeichnis der Arbeiten Käthe Miethes zusammengestellt, das derzeit 191 Eintragungen enthält und das wir an die Käthe-Miethe-Bibliothek übergaben. Das kann nur ein erster Versuch sein, Vollständigkeit wird aber auch in Zukunft wohl nicht erreichbar sein.
Von den 9 Büchern, die Käthe Miethe nach 1945 vor allem zu geschichtlichen Themen des Fischlandes schrieb und die bis auf eine Ausnahme alle im Hinstorff-Verlag erschienen sind, gibt es inzwischen 44 Auflagen: „Das Fischland – ein Heimatbuch“ ist mit 11 Auflagen bei Hinstorff ein Longseller, gefolgt von “Unterm eigenen Dach“ und „Bark Magdalene“ mit jeweils 8 Auflagen.
Bei ihren Übersetzungen aus dem Norwegischen fällt die große Anzahl von Werken von Gabriel Scott auf. Das geht auf die frühen Kontakte zurück, die der Vater von Käthe Miethe zu diesem Schriftsteller hatte, wie uns Herr Reinhard erklären konnte.
Ein anderes Thema, das interessierte, war die Arbeit Käthe Miethes in den NS-Jahren. Wirkte sich der damalige Zeitgeist in ihren Werken aus, welche Positionen vertrat sie? Dazu bedarf es künftig wohl noch weiterer Nachforschungen und Überlegungen, ehe gültige Aussagen möglich sind. Weitere Arbeiten in dieser Richtung wurden angeregt.
Abschließend wurden als Spende des Käthe-Miethe-Stammtisches der Bibliothek 8 Bücher übergeben, die den Sammlungsstand der Bücher und Übersetzungen von Käthe Miethe weiter ergänzen, sodass derzeit von den 62 Büchern nur noch 6 fehlen.


