mit Daniel Schimmelpfennig, Wustrow
Nach dem schönen Ausklang des ersten vollständigen Stammtisch-Jahres in der Ahrenshooper Mühle, möchten wir Sie nun zum ersten Stammtisch im neuen Jahr einladen, in unser altes Domizil.
Beim obigen Motto „gestern und heute“ stand das literarische Heute bisher nur selten zur Debatte. Umso froher sind wir, Sie zur Präsentation eines Buches einladen zu können, das erst im letzten Jahr erschienen ist:
Hans Joachim Luttermann/Rostock und Daniel Schimmelpfennig/Wustrow gaben es 2016 im Auftrage des Fördervereins Nebelstation Wustrow e.V. heraus, die Editierung lag in den bewährten Händen von Hans-Günther Pawelcik/Worpswede.
Auf den reich illustrierten 232 Seiten beschreiben die Verfasser die sich im letzten Jahr leider negativ durch Abriss „vollendete Geschichte des bisher markantesten festen Schifffahrtszeichens vom Fischland“ und blicken in die Zukunft.
Vorangestellt haben die Autoren „Das Nebelhorn“, einen Feuilleton-Beitrag von Käthe Miethe aus dem Jahre 1932, da war die Anlage bereits 21 Jahre in Betrieb.
Herr Schimmelpfennig wird das Buch in einer Power-Point-Präsentation vorstellen. Wir freuen uns auf informative und anregende Gespräche mit ihm zu diesem für uns Heutige unerfreulichen Sachverhalt.
Da „Das Nebelhorn“ war in der Serie „Aus Käthe Miethes Feder“ im November 2014 das seinerzeitige Fundstück 5. Der damals von uns in den Anmerkungen beschriebene Zustand ist inzwischen aus der Gegenwart auch schon in die Geschichte abgewandert.
Wir wollen die „drei Rufe, ein hoher, ein tiefer, ein hoher, dann schweigt es zwanzig Sekunden still und dann kommt es wieder“, wie sie unsere Namenspatronin damals für die Leser der Deutschen Allgemeinen Zeitung beschrieben hat, mit ihren übrigen Gedanken über das Nebelhorn an den Beginn des Stammtisches stellen.
Das aktuelle Fundstück „Zu den „Glücklichen Inseln““ wird vielleicht am Ende eine Rolle spielen, wenn wir unser nächstes Stammtisch-Thema kurz vorbesprechen.
Ins neue Jahr sind wir alle gut gekommen, nur nicht die Nebelstation, die wurde nun doch abgerissen. Der Deich an dieser Stelle entspricht endlich den unsinnigen Vorschriften …
Am 17.04.2014 wurde der Förderverein Nebelstation Wustrow e.V. gegründet, der sich zunächst den Erhalt der seit 1911 bestehenden Station auf seine Fahnen geschrieben hatte. Alle Mühen waren vergeblich, der Abriss erfolgte im vergangenen Jahr. Der Förderverein setzt sich nun für den Aufbau eines neuen Wustrower Leuchtfeuers ein. Daniel Schimmelpfennig, der Vorsitzende des Fördervereins, stellte uns zunächst in einem Power-Point-Vortrag das Buch „Leuchtfeuer- und Nebelsignalstation Wustrow/Fischland“ vor, das er gemeinsam mit Hans Joachim Luttermann 2016 herausgab und das die Geschichte der Station detailliert beschreibt. Aus der eigenen Familiengeschichte ergibt sich für Herrn Schimmelpfennig eine direkte Beziehung zur Nebelstation, da der Ururgroßvater seiner Frau der erste Leuchtfeuerwärter der damaligen Nebelsignalstation Wustrow war.
Obwohl das Buch schon mehrfach vorgestellt wurde, fand es bei unserem Stammtisch weitere Interessenten. Nach der Buchvorstellung ergab sich unter den 12 Teilnehmern eine lebhafte Diskussion. Dabei wurde die Neuausrichtung des Fördervereins auf den Neubau der Station und der in diesem Zusammenhang angedachten Errichtung eines musealen Teils zur Geschichte des Leuchtfeuers, der Nebelstation und der Seefahrtschule sehr begrüßt und über Möglichkeiten zur Unterstützung dieses Projekts in der Öffentlichkeit nachgedacht.
Die derzeitige Gemeindevertretung unterstützt die Ziele des Fördervereins. In der letzten Legislaturperiode war das leider nicht der Fall. Damals wurde selbst das Ergebnis eines Bürgerbegehrens zur Durchführung eines Bürgerentscheids nicht umgesetzt, obwohl das Ergebnis einer Unterschriftensammlung das in der Kommunalverfassung des Landes festgelegte Quorum weit übertraf.
Anschließend las Frau Matthias den Käthe-Miethe-Text „Das Nebelhorn“ von 1932, der schon als Fundstück Nr. 5 in der Serie „Aus Käthe Miethes Feder“ heutigen Lesern bei www.seniorenbeirat-wustrow.de seit November 2014 wieder zugänglich war und der das hier vorgestellte Buch einleitet. Damit erlebten wir noch einmal die Wirkung dieser Anlage in der damaligen Zeit. Wir konnten auch noch aus den 1970-er Jahren aus der eigenen Familie eine Geschichte beitragen, die zum Namen „Nebelkuh“ für unsere heutige Ferienwohnung führte.
Am Schluss verschafften wir uns einen Überblick über die für 2017 schon spruchreifen Stammtisch-Themen und konnten dabei eine gute „Vorbuchung“ feststellen. Die Arbeiten zur Veröffentlichung des aufgefundenen Manuskripts „Zu den „Glücklichen Inseln““ von Käthe Miethe gehen auch voran und scheinen realisierbar zu werden. Die Vorstellung des Manuskripts während der nächsten Käthe-Miethe-Tage ist nun in das Programm aufgenommen und erfolgt am 12.03.2017.


