Zwischen Meer und Bodden – Menschen auf Fischland und Darß

mit Elke Erdmann, Wieck a.d.Darß


Der Hinstorff Verlag kündigt das Buch u.a. so an:

Ein Bauhaus-Künstler, dessen farbenfrohe Wiege zu den Ikonen des Designs in der Welt gehört.

Eine Autorin, deren viel gelesene Bücher eine Pioniertat waren,

Ein Umweltschützer, der sich der Bewahrung der Natur und des Nationalparkgedankens widmet.

Eine Malerin, die es „zur See hin“ zog, die „nie vorher Sonne und Mond so aufgehen“ sah.

Sie leben auf dem Fischland und dem Darß, sie alle hat Elke Erdmann getroffen, in Wort und Bild porträtiert. Sensibel, lebendig, anschaulich, bewegend.

Die Autorin wird uns ihr neuestes Buch vorstellen, wir freuen uns darauf.


Im neuen Jahr war gleich der erste Stammtisch gut besucht, Elke Erdmann konnte sich über 34 Teilnehmer freuen, denen sie ihr Buch präsentierte.

Menschen, die nach 1945 auf die Halbinsel kamen, hat sie porträtiert, nicht als Journalistin für die Presse, sondern diesmal als Autorin für ein Buch. Dabei orientierte sie sich an Walter Kaufmann, bei dem Gedrucktes nur Bestand hatte, was zwischen zwei Deckel kam. Kaufmann, der 1957 aus Australien in die DDR übersiedelte, in Kleinmachnow wohnte und seinen Zweitwohnsitz in Born hatte, starb 97-jährig 2021. Die FAZ übertitelte ihren Nachruf auf ihn „Sein Leben liest sich wie ein Roman“. Wir sollten ihn uns für einen künftigen Stammtisch vormerken, er hat vieles zwischen zwei Deckel gebracht.

Elke Erdmann wählte für diesen Abend drei Geschichten von sehr unterschiedlichen Menschen aus. Mit Peter Keler (1898-1982) stellte sie uns einen Grafiker, Möbelgestalter und Architekten vor, der seit 1919 am Bauhaus in Weimar wirkte, dessen Querschwingende Wiege von 1922 wohl auch heute noch jeder kennt, Tecta in Lauenförde produziert sie heute in seinem Lizenzprogramm (2495 €), seit 2018 auch eine verkleinerte Form, ebenso seinen Kubussessel von 1925 (3125 €, alle Reeditionen mit dem von Oskar Schlemmer kreierten Bauhaus-Signet). Seit 1965 beschäftigte sich Keler zunehmend mehr mit Malerei, die Farbenlehre von Wassily Kandinsky hatte er schon bei der Wiege zur Wirkung gebracht, die sein Beitrag zur Lösung der von Grophius gestellten Aufgabe war. Kelers leben heute noch in Born.

Von Ruth Kraft (1920-2015), die ein Ferienhaus in Ahrenshoop hatte und auf dem Schifferfriedhof begraben liegt, sind heute wohl noch vor allem ihre beiden Romane „Insel ohne Leuchtfeuer“ (1959) und „Menschen im Gegenwind“ (1965), sowie das „Schildbürgerbuch von 1598“, das mit Illustrationen von Fritz Koch-Gotha 1953 bei Hinstorff erschienen war, in Erinnerung. Diese Autorin, gebürtig aus Schilda, stellte Elke Erdmann als nächste vor. Im Roman von 1959 verarbeitet sie kritisch ihre Erlebnisse und Erfahrungen aus der Zeit zwischen 1940 und 1943, in der sie als technische Rechnerin in der Aerodynamischen Abteilung der Heeresversuchsanstalt in Peenemünde gearbeitet hatte.

Der dritte Auszug aus dem vorgestellten Buch behandelt die geglückte Flucht von zwei Borner Jugendlichen mit einem Faltboot über die Ostsee zum Gedser Feuerschiff und deren spätere Rückkehr auf den Darß.

Man hätte Elke Erdmann gern noch länger zuhören wollen, so lebendig standen die ausgewählten Beispiele vor unseren Augen. Ein Grund mehr, das Buch von der ersten bis zur letzten Seite selbst zu lesen.

Ein schöner Jahresauftakt, zumal anderswo weitere Winterangebote neugierig machen: In der Seefahrtschule ist endlich die Geschichtsausstellung eröffnet, in Schwaan gibt es die seltene Gelegenheit die Woermannschen Seidenbilder in Augenschein zu nehmen.


Cookie Consent mit Real Cookie Banner