Vortrag und Lesung von Gisela und Helmut Seibt i.V., Wustrow
Gertrud Kleinhempel (1875-1948) entwarf als stilbildende Künstlerin und Designerin außergewöhnlich befähigt mannigfaltige Einrichtungs-, Gebrauchs- und Schmuckgegenstände in neuartig schlichten Formen. Als erfolgreiche Kunstgewerbelehrerin wurde sie 1921 Preußens erste Design-Professorin. Das Käuferpublikum, die Fachwelt, sogar Weltausstellungen, würdigten ihre Kunst. Dennoch fiel sie wie die meisten ihrer Kolleginnen in der Männerwelt ihrer Zeit dem Vergessen anheim. Erst jüngere Forschungen machen sie wieder bekannt. Das Kleinhempel-Haus in Ahrenshoop, Gertrud Kleinhempels Rückzugsort während des 2. Weltkrieges und Alterssitz, ist 2022 abgebrannt. Die Berliner Schriftstellerin Brigitte Fretwurst präsentierte „Unvergessen“, den von ihr verfassten Lebensroman über Gertrud Kleinhempel bereits auf der Ahrenshooper Buchmesse 2023.
Erst der zweite Stammtisch am neuen Domizil, wir fühlten uns aber schon heimisch. Das Café Martha´s war wieder gut gefüllt, es interessierten sich 24 Teilnehmer für das Thema. Dabei erfuhren wir zwei Tage vorher, dass Brigitte Fretwurst in Berlin im Krankenhaus liegt, sie war gestürzt. Guter Rat war teuer, ausfallen lassen wäre keine gute Option gewesen, ein anderes Thema wohl auch nicht. Alle waren ja auf Gertrud Kleinhempel eingestellt. Also: selbst machen, wenn die Vorbereitungszeit auch kurz war!
Das Buch hatten wir zwar schon gelesen, wir wollten es aber nicht ausschließlich zum Thema machen, eine Autorenlesung konnten wir sowieso nicht bieten. Wir stellten Gertrud Kleinhempel in den Mittelpunkt, Leben und Werk dieser Künstlerin. Zu ihren Werken fanden wir im Internet schnell Zugang. Die aus dem Nachlass angekauften 2219 Skizzen und Zeichnungen sind in Dresden digitalisiert worden und stehen unter
https://katalog.arthistoricum.net/?tx_find_find%5BimageResults%5D=1&tx_find_find%5Bq%5D%5Bdefault%5D=Gertrud+Kleinhempel#tx_find zur Verfügung, sortiert in 20 Themengruppen und 15 Fachgebiete. Davon wählten wir etwa 20 Beispiele aus und ließen Kopien kursieren, die zu manchem Gespräch anregten. Aus dem Buch „Unvergessen“ von Brigitte Fretwurst lasen wir zwei Kapitel, das erste und das letzte.
In einer Blitzaktion hatte Dr. Friedrich Kleinhempel aus Berlin noch Bücher geschickt, die wir zum Verkauf anboten, wovon rege Gebrauch gemacht wurde. Die Bücher waren als Spende des Leonhard-Thurneysser-Verlags für den Stammtisch deklariert, sodass wir dadurch unsere Finanzen aufbessern konnten. Danke!
Wie letzten Monat angekündigt, gab es mit den vom Stammtisch initiierten Büchern aus dem Nachlass von Käthe Miethe auch einen eigenen Büchertisch, der ebenfalls auf Interesse stieß.
Nach Berlin übermittelten wir die besten Genesungswünsche aller.


