mit Gisela und Dr. Helmut Seibt, Wustrow
An den Küsten Mecklenburgs und Pommerns strandeten in den vergangenen Jahrhunderten zahlreiche Segelschiffe.
Diese Thematik findet sich wiederholt in den Arbeiten Käthe Miethes.
In einem lange verschollenen Manuskript berichtet sie darüber „aus unserem kleinen Dorf“ und nimmt uns mit in kalte Wintertage vor über einhundert Jahren. Hören wir ihr zu, wir sind unter den Ersten.
Brigitte Fretwurst ist immer noch nicht gesund und musste leider kurzfristig absagen. Nun muss Thurneysser noch einmal warten, leider. Derartige Änderungen waren in der Vergangenheit zum Glück selten erforderlich.
Wir wollten die Sitzung nicht ausfallen lassen, meinten aber auch, dass wir kaum jemanden in der Kürze der verbliebenen Zeit finden würden, der ein fertiges Konzept aus der Schublade ziehen kann. Da blieb uns nur, uns selbst in die Pflicht zu nehmen.
In den Seibtschen Schubladen finden sich immer noch einige Arbeiten von Käthe Miethe, die bis heute der Öffentlichkeit weitestgehend unbekannt geblieben sind. Davon nahmen wir eine und machten sie zum Thema des anstehenden Stammtisches. Wenn wir sie inhaltlich auch schon kannten, als Lesung war sie aber als recht schwacher, jahrzehntealter Schreibmaschinendurchschlag, der dazu auch noch mit einem äußerst schlecht gespitzten Bleistift mit vielen Korrekturen aufwendig überarbeitet worden war, nicht geeignet. Den Inhalt nur zu referieren, gefiel uns aber auch nicht. Eine Abschrift musste her, auf deren Grundlage eine Vorstellung der Arbeit als Lesung ausgewählter Teile und Erzählung der Gesamthandlung für alle zumutbar wird. Gesagt, getan. Beim Abspeichern des Manuskripts konnten wir dann lesen, dass wir 9101 Wörter auf 14 einzeilig beschriebenen Seiten eng und zierlich untergebracht hatten.
Die 17 Teilnehmer des Stammtisches bekamen in „Es beginnt mit einem Seemannstod und einem geheimnisvollen Besuch“, was von Käthe Miethe handschriftlich über das Manuskript geschrieben steht, eher wohl nicht als endgültiger Titel gedacht, einen recht lebendigen Einblick in den Althäger Alltag vergangener Zeiten.
Da strandet ein Schiff, da kommt ein ehemaliger Kapitän bei der Rettung zu Tode, ehe weitere Helfer helfen können.
Da wird das Strandrecht ausgeübt, was die Obrigkeit zu be- und verhindern versucht. Da wird das karge Leben im Dorf geschildert, Abläufe und Gebräuche bei der Aufbahrung und Beisetzung des Toten. Die neue Zeit kündigt sich mit Sommerfrischlern an, die als Fremde in festgefügte Dorfstrukturen hineinkommen, begleitet vom Pro und Contra der Einheimischen.
Diese 9101 Wörter brachten vieles zu Gehör, das manchen der Anwesenden noch gut bekannt war, wenn auch aus heutiger Sicht aus schon längst vergangenen Zeiten. Das zeigte sich vor allem in den Gesprächen nachher. Immer wieder konnte dabei Gisela aus eigenem Erleben bzw. Erzählungen der Eltern schöpfen, Helmut als Isenbahner konnte da nur zuhören.


