De Paster un sien „Lütten Prinz“ – erste Übersetzung ins mecklenburgische Platt

mit Christian Voß, Rostock



„Le Petit Prince“ von Antoine de Saint-Exupéry, dieses moderne Kunstmärchen mit seinem Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit, erschien 1943 und wurde bald ein Klassiker der Weltliteratur. Heute gibt es das Buch in über 350 Sprachen und Dialekten. Die Edition Tintenfass aus Nekarsteinach ist daran mit ca. 140 Übersetzungen beteiligt. Am 10.03.2021 erschien dort die Übersetzung von Christian Voß. Wir freuen uns, dass er uns als profunder Kenner und Meister der plattdeutschen Sprache seine Übersetzung vorstellt, er hat ein zauberhaftes Kleinod geschaffen.


Das monatliche Treffen wird wieder zur Gewohnheit, diesmal kamen 17 Interessierte zum Stammtisch, der uns einige nachhaltige Erlebnisse brachte.

Christian Voß, nun schon mehrfach bei uns zu Gast, zog mit seinem Vortrag gleich alle in seinen Bann. Wir erlebten weitgehend einen Abend, an dem die plattdeutsche Sprache in Malchens Café vorherrschte, was auch von Teilnehmern aus dem sächsischen Torgau und dem thüringischen Jena gutgeheißen wurde. Der kleine Prinz, von seinem Autor in französisch geschrieben, schon lange ins Deutsche übersetzt und den meisten bekannt, kam uns nun wieder in einem anderen Gewande entgegen. Christian Voß zeigte vor und während der Lesung an Beispielen immer wieder auf, welche Schwierigkeiten das Übertragen von der einen in die andere Sprache bereitet, wenn es bisweilen keine passenden Wörter gibt, Umschreibungen einer Situation aber nur zu Längen führen würden. der Inhalt aber möglichst bewahrt bleiben sollte. Er fand dafür aber immer plattdeutsche Lösungen, die dicht am Original blieben.

Die Lesung war aber nicht nur ein Ohrenschmaus, sie lebte natürlich auch von den wunderbaren Zeichnungen, deren Projektionen den Text lange genug auf der Leinwand begleiteten. So war es auch allen möglich, in die Gedankenwelt des kleinen Prinzen einzutauchen, der auf seinem Planeten eine Rose und drei Vulkane besitzt, mit ihm auf seine Reise zu gehen, dabei als siebten Planeten die Erde zu besuchen, und seine Erlebnisse und Gedanken nachzuvollziehen, zu verinnerlichen, die Welt mit Kinderraugen zu sehen. In diesem Kunstmärchen sehen viele ein hohes Lied auf Freundschaft und Menschlichkeit, gleichzeitig ist es wohl auch eine Kritik seines Autors am Werteverfall der Gesellschaft.

Auf die Anfrage seines Verlegers nach einer weiteren Übersetzung ins Plattdeutsche hat Christian Voß zum Glück positiv reagiert, so konnte er druckfisch die Häschenschule präsentieren, die Fritz Koch-Gotha 1924 in die Welt gezeichnet hat, schnell ein weit verbreitetes (1925 kommt mit der 62. Auflage das 243. Tausend in den Handel), inzwischen klassisches Kinderbuch, wenn man auch das ihr zugrundeliegende Erziehungskonzept aus heutiger Sicht kritisieren muss – der Rohrstock ist wenigstens inzwischen aus den Bildern verschwunden. In Malchens Café überwog aber der Lokalpatriotismus, Koch-Gotha als Althäger, der auch das Fischlandbuch von Käthe Miethe illustriert hat und der auf dem Wustrower Friedhof unweit von Käthe Miethe in seinem Grabe liegt, gehört mit seiner Frau Dora Koch-Stetter seit 1927 als Sommerfrischler und seit der Zerstörung seiner Berliner Wohnung 1944 als ständiger Einwohner unabänderlich zum Fischland.

Die fünfzehn Kapitel mit ihren Zeichnungen gab es am Schluss als Zugabe, zur Freude aller.


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