mit Hannelore Matthias, Wustrow, und Jürgen Saatmann, Althagen
Hannelore Matthias, Jürgen Saatmann und andere „Ehemalige“ zeichnen die über 50-jährige Geschichte dieser weit über Althagen hinaus bekannten Gruppe nach, die es heute leider nicht mehr gibt, berichten von den jährlich wechselnden Aufführungen und werden über vieles, was nebenbei so alles passierte, plattdütsch snacken.
Mit interessantem Archivgut aus der reichhaltigen Saatmannschen Sammlung wollen wir an diesem Abend die Fischländer Späldäl noch einmal aufleben lassen.
Wir würden uns besonders freuen, wenn der eine oder andere Besucher mit seinen Erinnerungen an die Späldäl die Runde bereichern könnte.
Es war voll, sehr voll. 37 Teilnehmer interessierten sich für die Geschichte der Fischländer Späldäl. Schon die Vorbereitung mit dem Kramen in der großen Kiste, die Jürgen Saatmann vom Hausboden geholt hatte, machte allen Beteiligten vorher großen Spaß. Dass dabei einiges offenblieb, nicht alle Fragen beantwortet werden konnten, erhöhte nur die Spannung, wer alles zum Stammtisch kommen wird.
Wir begannen mit einer Powerpoint-Präsentation, bei der wir die damaligen Protagonisten vorstellten, die einzelnen Spielorte noch einmal auflisteten, die erhaltenen Theaterzettel der Stücke und Fotos von einigen Aufführungen zeigten. Da gab es schon viel Interesse und Nachfragen.
Die Diskussion machte deutlich, dass diese niederdeutsche Bühne seit langem fehlt. 1922 gegründet und nach dem Krieg wieder aktiviert, war sie eine Pflegestätte des Plattdeutschen, deren jährlich wechselnden Stücke ungeduldig erwartet wurden und die mit ihren Aufführungen die Säle nicht nur auf dem Fischland füllte. Aus alten Presseberichten hören wir heute noch große Zustimmung und Dankbarkeit.
Die Späldäl war zuerst und vor allem das Werk von Hermann Saatmann, der mit seinem Sohn Jürgen sogar in der Backstube die Rollen lernte. Er vertrat die Späldäl auch in der Arbeitsgemeinschaft norddeutscher Bühnen.
Unter den Teilnehmern, die sich an den Tischen auch mit den Alben, Fotos und Theaterzetteln einzeln beschäftigen konnten, fing bald das Berichten und Erzählen an. Jürgen Saatmann und vor allem Jürgen Krull waren da als ehemalige Aktive wieder in ihrem Element. Schade, dass Hannelore Matthias erkrankt war und der ursprüngliche Plan zum Spielen einer Szene aus damaligen Stücken nicht umgesetzt werden konnte.
Unser Dank galt an diesem Abend besonders der Familie Saatmann, die nun schon seit 1910 in inzwischen vierter Generation mit all ihren Unternehmungen eine fischländische Institution ist. Der hier angehängte Spruch macht die Stimmung an diesem Abend noch einmal deutlich. Er stand lange Zeit in der Saatmannschen Speisekarte, stammt von F.H. Zothner, einem Fotografen aus Ribnitz, und hat in manchem Haus einen Ehrenplatz gefunden.


