Otto Kaysel – Gründer der Ahrenshooper Künstlerkolonie

mit Hartmut Brun, Polz


Otto Kaysel (1843-1937), nicht Paul Müller-Kaempff? Das wird spannend!

Seit 1896 war die Familie Kaysel in der Dorfstraße 14 ansässig, sie kaufte das Haus zur Sommerfrische.

Otto Kaysel war Rechtsanwalt und Notar in Ludwigslust, seine Tochter Ottilie malte, gehörte in Ahrenshoop zu den „Malweibern“, hörte damit aber nach ihrer Heirat 1910 auf.

Als Gründungsvorsitzender des Ahrenshooper Vereins für gemeinnützige Zwecke – dem „Verschönerungsverein“ – nahm Otto Kaysel seit 1904 Einfluss auf die Entwicklung der Gemeinde und der Künstlerkolonie.

Sein Haus entwickelte sich schnell zu einem Treffpunkt der Künstler.


Nun mussten wir aktiv werden, auf die Schnelle. Hartmut Brun muss wegen eines Fahrradunfalls im Augenblick das Bett hüten. Sehr schade, aber nicht zu ändern. Baldige, gute Besserung! Das Thema wollten wir aber nicht ausfallen lassen.

Zum Glück kannten wir Marianne Clemens, die Enkelin von Otto Kaysel, auch ihre Bücher. Von ihr bekamen wir vor Jahren auch ein Exemplar der Erinnerungen ihres Vaters Rudolf Ziel, das wir seitdem schon vielfach nutzten. Eine noch mit Marianne Clemens gemeinsam angedachte Publizierung dieses Manuskripts im Fischerhuder Verlag Atelier im Bauernhaus wurde nach ihrem Tod bisher leider nicht weiterverfolgt. Sie könnte ein Kapitel deutscher Geschichte weiter ausleuchten, was sich vielerorts auch heute noch lohnt.

Wir denken, dass wir einige Dinge aus den Gründerjahren der Künstlerkolonie, die mit dem Rechtsanwalt und Notar Otto Kaysel (1843-1937) verbunden sind, vorstellen konnten, die die Aufmerksamkeit der 31 Besucher fanden. Kaysel kam mit seiner Familie aus Ludwigslust über Müritz 1896 nach Ahrenshoop, wo er bleibend ein zur Sommerfrische geeignetes Haus fand. Sein Haus wurde schnell zum Künstlertreffpunkt, zumal Tochter Otty selbst malte. Für die weitere Entwicklung des Ortes war eine Initiative von Bedeutung, die er zusammen mit anderen Forsensen ins Leben rief. 1904 hob er zusammen mit Paul Müller-Kaempff, Oswald Körte und Adolf Miethe den Ahrenshooper Verein für gemeinnützige Zwecke, den „Verschönerungsverein“, aus der Taufe und wurde dessen erster Vorsitzender. Der Verein machte über die Jahre immer wieder Vorschläge, die er aber nicht alle realisieren konnte.

Mit kurzen Textbeiträgen ließen wir zu Themen dieser Jahre unterschiedliche Autoren zu Wort kommen: Rudolf Ziel und Selma Fischer, Miethes Photomodell, Ziels Hochzeit mit Otty Kaysel, die das ganze Dorf bewegte, die Errichtung des Kunstkatens mit kaiserlicher Unterstützung, der Darss als touristische Sperrzone, für „Unbefugte“, die Finanzierung eines Krankenkorbes, Aufstellen von Bänken, Strandtreppe, Damen- und Herrenbadeanstalt, Erinnerungen von Marianne Clemens an ihren Großvater in Ludwigslust, der dort immer noch Ehrenbürger ist.

Eine Frage müssen wir aber an den abwesenden Hartmut Brun weiterreichen: Weshalb kann man Otto Kaysel als Gründer der Künstlerkolonie ansehen, wie es der Vortragstitel nahelegt? Da laden wir Hartmut Brun einfach noch einmal ein, zu einem anderen Thema. Einverstanden?


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