25.04.1862 in Potsdam
05.05.1927 in Berlin

Wechselschlittenkamera (Originale Methode)
1. Aufnahme (Analyse):
Mit einer speziellen Wechselschlittenkamera wurden kurz hintereinander drei separate Schwarz-Weiß-Negative desselben Motivs aufgenommen.
- Hinter dem Objektiv befand sich ein Schlitten mit drei Glas-Farbfiltern in den Farben Rot, Grün und Blau.
- Jede Aufnahme registrierte nur die Lichtanteile der jeweiligen Filterfarbe auf einer panchromatischen (für alle Farben empfindlichen) Fotoplatte.
2. Verarbeitung:
Aus diesen drei Negativen wurden Schwarz-Weiß-Diapositive (Positive) erstellt.
3. Wiedergabe (Synthese):
Die drei Diapositive wurden zeitgleich mit einem speziellen Dreifarben-Projektionsapparat übereinander auf eine Leinwand projiziert.
- Durch die exakte optische Überlagerung der drei Lichtstrahlen entstand für das menschliche Auge ein vollfarbiges Bild.
- Jedes Bild wurde dabei wieder durch den entsprechenden Farbfilter (Rot, Grün oder Blau) beleuchtet.
Analoge Kamera
Benötigte Ausrüstung
- Kamera: Jede analoge Kamera (z. B. 35mm-Spiegelreflex).
- Stativ: Zwingend erforderlich, um drei identische Bildausschnitte zu gewährleisten.
- Film: Panchromatischer Schwarz-Weiß-Film (z. B. Ilford HP5 oder Kodak Tri-X), da dieser für alle Farben des Spektrums empfindlich ist.
- Filter-Set: Spezielle Filter für die Farbauszüge: Rot (Nr. 25), Grün (Nr. 58) und Blau (Nr. 47 oder 47B).
1. Aufbau:
Kamera auf dem Stativ fixieren und ein unbewegtes Motiv wählen. Jede Bewegung (Wolken, Blätter) führt zu farbigen Geistersäumen („Harris-Shutter-Effekt“).
2. Belichtung:
Drei separate Aufnahmen auf aufeinanderfolgenden Negativen machen.
- Bild 1: Mit Rotfilter.
- Bild 2: Mit Grünfilter.
- Bild 3: Mit Blaufilter.
3. Belichtungskorrektur:
Da Filter Licht schlucken, muss die Belichtung angepasst werden. Der Rotfilter benötigt oft +3 Blendenstufen, Grün und Blau etwa +2. Viele kamerainterne Belichtungsmesser können direkt durch den Filter messen.
4. Entwicklung:
Den Film ganz normal als Schwarz-Weiß-Negativ entwickeln.
5. Zusammenführung:
- Die drei Negative scannen.
- In einer Bildbearbeitungssoftware (z. B. Photoshop oder GIMP) die Bilder als Ebenen übereinanderlegen.
- Jedes Graustufenbild dem entsprechenden Farbkanal zuweisen (Rot-Auszug in den Rot-Kanal usw.).
Digitalkamera mit Nachbearbeitung
In Photoshop gibt es zwei Wege, um aus drei Schwarz-Weiß-Auszügen ein Farbbild nach Miethes Prinzip zu erstellen. Der präziseste Weg führt über das Kanäle-Bedienfeld.
Vorbereitung
Öffnen Sie alle drei Schwarz-Weiß-Aufnahmen (Rot-Auszug, Grün-Auszug, Blau-Auszug) in Photoshop. Stellen Sie sicher, dass alle Bilder den Modus Graustufen haben (Bild > Modus > Graustufen).
Methode 1: Kanäle zusammenfügen (Der klassische Weg)
Dies ist die schnellste Methode, um die Helligkeitswerte direkt den Farbinformationen zuzuordnen:
- Klicken Sie im Kanäle-Bedienfeld (zu finden unter
Fenster > Kanäle) auf das kleine Menü-Symbol (vier Linien) oben rechts. - Wählen Sie die Option Kanäle zusammenfügen….
- Wählen Sie im folgenden Dialog als Modus RGB-Farbe und bestätigen Sie mit OK.
- Nun müssen Sie die Dateien den Kanälen zuordnen:
- Rot: Wählen Sie die Datei aus, die mit dem Rotfilter aufgenommen wurde.
- Grün: Wählen Sie die Datei des Grünfilters.
- Blau: Wählen Sie die Datei des Blaufilters.
- Nach dem Bestätigen erstellt Photoshop ein neues, farbiges Dokument.
Methode 2: Ebenen-Mischmethode (Für Korrekturen)
Falls sich das Motiv leicht bewegt hat, bietet diese Methode mehr Kontrolle bei der Ausrichtung:
- Laden Sie alle drei Bilder in eine Datei (
Datei > Skripte > Dateien in Stapel laden). - Benennen Sie die Ebenen entsprechend ihrer Filterfarbe.
- Kanäle trennen:
- Rechtsklick auf die „Rot“-Ebene > Fülloptionen. Deaktivieren Sie bei „Erweitertes Mischen“ die Checkboxen für G und B (nur R bleibt an).
- Wiederholen Sie das für „Grün“ (nur G aktiv) und „Blau“ (nur B aktiv).
- Mischmodus: Stellen Sie die Füllmethode der oberen beiden Ebenen auf Linear abwedeln (Additiv). Das Bild erscheint nun farbig.
- Ausrichten: Wählen Sie das Verschieben-Werkzeug (V), um einzelne Ebenen mit den Pfeiltasten pixelgenau übereinanderzuschieben, bis keine Farbsäume mehr an Kanten sichtbar sind.
Abschließende Optimierung
Da die Filter unterschiedliche Kontraste erzeugen, sollten Sie mit einer Tonwertkorrektur oder Gradationskurven das Weißgleichgewicht korrigieren, bis neutrale Flächen (wie eine graue Wand) im Bild auch wirklich farbneutral erscheinen.



