Eine fünfteilige Hommage zum 125. Geburtstag

Teil 1: Autorin von Kinder- und Jugendbüchern



In den 1920-er bis in die 1940-er Jahre schrieb Käthe Miethe Bücher für Kinder und Jugendliche. Am Anfang standen zwei Abenteuerbücher, zu denen sie durch Expeditionen ihres Vaters angeregt worden war. Danach standen in ihren Büchern Mädchen im Mittelpunkt, die ihren Platz im Leben suchten. Die Handlung dieser Bücher war meist auf dem Fischland angesiedelt.


Mit der Veranstaltung dieser Hommage zum 125. Geburtstag tritt der Käthe-Miethe-Stammtisch neben seinen monatlichen Sitzungen auf eine andere Weise in die Öffentlichkeit. Wir möchten mit diesen Teilüberblicken das Werk von Käthe Miethe einem breiteren Publikum zur Kenntnis bringen, verteilt auf fünf Urlaubsmonate.

Zum Teil 1 kamen 13 Interessierte in die Bibliothek, ein positiver Anfang, wie wir meinen. Im Mittelpunkt standen die Kinder- und Jugendbücher, die Käthe Miethe in den 1920-er bis 1940-er Jahren schrieb, insgesamt 20. Das einladende Plakat führte auch 20 Titel auf, enthielt aber eine kleine Unrichtigkeit. Den Roman „Das Haus ohne Kinder“, der zwar in dieser in Rede stehenden Schaffensperiode geschrieben wurde, kann man von seinem Inhalt her nicht zu den Kinder- und Jugendbüchern zählen, dagegen fehlt „Zu den „Glücklichen Inseln““, dessen Erstauflage erst 2017 erschien, aus dem Nachlass.

Mit kurzen Textbeispielen stellten wir zunächst die beiden „Erstlinge“ vor, „Die Smaragde des Pharao“ von 1923 und „In das Eismeer verschlagen“ von 1925. Hier handelt es sich um Abenteuergeschichten, zu denen sich Käthe Miethe offenbar durch die beiden Expeditionen ihres Vaters von 1908 nach Ägypten und 1910 nach Spitzbergen anregen ließ.

Die am Schluss beider Bücher jeweils vorhandenen Anklänge auf das Deutschtum (Minenbetriebe in Ägypten bzw. Persönlichkeitseigenschaften eines überlebenden Jugendlichen auf Spitzbergen) führten zu der Frage, inwieweit sich Käthe Miethe auf damals aufkommendes völkisches Denken eingelassen hat und – später – in anderen Büchern bediente. Dazu gab es divergierende Auffassungen. Zwar stand „Friedel im Pflichtjahr“ 1946 unter Nr. 7950 von 13295, später auch „Ein Stadtmädel wird Bäuerin“ 1948 unter Nr. 5297 von 9039, auf der nach einem frühen Kontrollrats-Befehl 1946 zusammengestellten und bis 1952 dreimal ergänzten „Liste der auszusondernden Literatur“, die insgesamt 32815 Titel umfasste und in der Folgezeit zum Aussortieren wohl nur in der Sowjetischen Besatzungszone umfassende Anwendung fand, nach Korrektur von „Pflichtjahr“ zu „Hausarbeit lernen“ und „Dorfgemeinschaft“ zu „Leben im Dorf“, erschien das erstgenannte Buch unter den Titel „Friedel“ 1949 in neuer Auflage. Vielleicht bringt ein gründlicherer Textvergleich noch etwas hervor. Der Inhalt änderte sich nicht.

Zum Abschluss hörten wir das Anfangskapitel von „Die Herrgottsuhr“, einem Buch, das 1948 unter dem Titel „Zur rechten Stunde“ erschien und dessen Neuauflage wir unter dem ursprünglichen Titel derzeit vorbereiten. Diese Unternehmung ist inzwischen durch einen erhaltenen Druckkostenzuschuss in ruhigeres Fahrwasser gekommen.


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