Fischländisches – auf Platt und Ostpreußisch

mit Kristian Wegscheider, Dresden/Ahrenshoop


Als im pommerschen Ahrenshoop Gebürtiger und heute in Niehagen auf dem Fischland Ansässiger ist Kristian Wegscheider mit seiner Orgelbaufirma aus dem sächsischen Dresden zwar weltweit unterwegs, die plattdeutsche Sprache und das Ostpreußische hat ihn dabei aber immer begleitet.

Wir freuen uns auf einen Abend mit ihm, zu dem er manch Bekanntes und manch Unbekanntes vom Fischland zum Vortragen und Erzählen mitbringen wird.


Der 46. Stammtisch geriet auf vielfachen Gründen zum Höhepunkt aller bisherigen. Das ist natürlich in allererster Linie der Anziehungskraft des diesmaligen Protagonisten Kristian Wegscheider und seinem Thema zu verdanken.

Lange vor Beginn reichten die Stühle nicht mehr für die da schon recht zahlreichen Besucher, Abhilfe brachten die Gartenstühle, die in das Café wanderten. Der letzte Winkel war besetzt, es kamen 48 Interessierte, teilweise von weit her, nicht nur aus Rostock, Berlin und Dresden, sogar aus Übersee.

Der an diesem Tage ihren 90. Geburtstag feiernden Marion Hoinka, der Tochter von Hertha von Guttenberg, schenkte Kristian Wegscheider eingebaut in eine seiner Geschichten unter großem Beifall einen wunderschönen Blumenstrauß. Nicht nur damit wusste er von Anbeginn an das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

Da waren einmal die Geschichten von Emma und Anton, die es nach ihrer Flucht aus Ostpreußen zum Kriegsende auf das Fischland verschlagen hatte und die sich über vieles in ihrer neuen Umgebung so ihre Gedanken machen, grüblerisch, mit früher vergleichend, dabei vieles von sich preisgebend, oft mit Zeitbezügen auf Heutiges, liebenswürdig in ihrer ostpreußischen Sprache, in die auch Kristian Wegscheider beim Vortrag schlüpft, ebenso wie später ins Plattdeutsche. Egal, ob die Fischer und ihre Boote auf dem Haff oder dem Bodden, der Orgelbau in der neuen Ahrenshooper Kirche und dessen Vorbereitungen, der erste Besuch im neuen Kunstmuseum oder ein Interview mit einem Herrn Müller von der Zeitung im Mittelpunkt standen, wir fühlten uns schnell in diesen wechselnden Szenarien zu Hause.

Zum anderen gab es auch Orgelgeschichte pur. Die Schilderung der dramatischen Erlebnisse um das Auffinden eines Briefes aus der Bachzeit, die Kristian Wegscheider u.a. auf den Gedanken brachten, zwei Stimmungsarten in einer Orgel zu realisieren, mitteltönig und wohltemperiert, wurden von ihm am Schluss augenzwinkernd als Makulatur erklärt, leider. Beim Lesen im Internet waren wir noch „gläubig“.

Außerdem kam Rudolf Tarnow noch zu Wort, über Köster Klickermann kann man immer wieder herzlich lachen. Nicht zu vergessen auch die eigenen Lieder, mit denen Kristian Wegscheider, sich selbst am Klavier begleitend, von seiner anderen Leidenschaft sang, dem Segeln, Lieder über die kleinen Netzboote und deren große Brüder, die Zeesboote.

Nach 90 Minuten, ohne Pause und bei hohen Temperaturen, erklärte sich Kristian Wegscheider dann auch noch zu Zugaben bereit. Danach blieben noch einige kleinere Gesprächsrunden zusammen, wodurch das Café Malchen erst kurz vor 22 Uhr seine Türen schließen konnte. Auch das schätzen wir so an unserem „Stammlokal“; danke!

Neugierige können im Internet über den Brief aus Liemehna lesen http://www.wegscheider-orgel.de/html/artikelb32b.html?filename=artikel.php&tabname=Artikel&sz=14&Unterpunkt=H.C.%20Snerha%20und%20die%20Bachstimmung) oder – zusätzlich – mit Emma und Anton zur Orgelweihe nach Riga fahren https://www.youtube.com/watch?v=AqfRVIKHdz


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