Der Genius Loci in norddeutschen Landschaftsgemälden um 1900



Ein weites Feld, wie Fontane wohl sagen würde – der genius loci. Da versammeln wir uns im Kunstmuseum, wo man auch einem genius loci nachspüren kann, 38 wollten es an diesem Abend – gemeinsam mit Alfried Nehring, der uns mit den ausgewählten Malern andere genii loci näherbringen wollte.

Das wurde ein langer Gang durch Zeiten und Räume der Landschaftsmalerei. Es begann im Pariser Umland, wo sich eine neue Richtung in der Malerei abzeichnete. Nach 1830 bildete sich am Wald von Fontainebleau in Barbizon allmählich eine neue Richtung heraus, Maler verließen die Akademien, die Städte, und gingen in die Natur. Sie suchten nach neuen Ausdrucksformen, malten direkt in der freien Natur. Das hatte einen großen Einfluß auf die Entwicklung der europäischen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts. In Worpswede, Ahrenshoop, Dachau, Skagen und an anderen Orten bildeten sich bald ähnliche Gruppen, die gleicher Gesinnung waren.

Mit zahlreichen Beispielen wurden wir erst einmal mit den Anfängen bekannt, konnten Werke aus den „Gründerjahren“ in Frankreich betrachten und hörten auch die eine oder andere Einzelheit aus dem Leben der Künstler.

Es folgte dann ein breit gefächerter Blick auf die Zeit bis heute, der nicht nur auf Ahrenshoop abstellte. Die Fülle der gezeigten Beispiele soll hier nicht im Einzelnen nachgezeichnet werden. Zu einigen der hier in Rede stehenden Malern hat Alfried Nehring in den letzten Jahren auch selbst Bücher herausgegeben, wo manches ausführlicher nachgelesen werden kann.

Die heutige Sitzung wartete darüber hinaus noch mit einem neuen Detail auf, einem Büchertisch. Das könnte vielleicht zu Nachahmung anregen: Conny und Dirc Berkenhoff boten aus ihrer Bibliothek einiges zum Mitnehmen an und erbaten von uns dafür eine Spende für das Museum. Davon wurde rege Gebrauch gemacht. Noch einmal eine andere Fasette für den hiesigen Genius locci. Danke!

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