mit Joachim Puttkammer, Graal-Müritz
Wir freuen uns diesmal Herrn Joachim Puttkammer, Pastor i. R. und Autor, aus Graal-Müritz begrüßen zu können.
Herr Puttkammer stellt uns diesen mecklenburgischen Grafiker und Maler vor, der für den Petermänken-Verlag Schwerin und den Hinstorff-Verlag Rostock Bücher vor allem norddeutscher Autoren illustriert hat, darunter auch alle Auflagen, die von Käthe Miethes „Unterm eigenen Dach“ im Petermänken-Verlag erschienen sind.
Herr Puttkammer, der Herbert Bartolomäus persönlich kannte, hat Leben und Werk des Ludwigsluster Malers und Gebrauchsgrafikers in „Kunst, die gebraucht wird“ beschrieben (174 Seiten, BS-Verlag Rostock 2010).
Beginnen werden wir mit dem Lesen eines Textes von Käthe Miethe: Eigenes Haus, DAZ,10.07.1927
Außerdem stehen weitere Absprachen für die künftige Arbeit an.
Zu diesem Stammtisch, nun wieder in „unserem Stammlokal“, kamen 21 Interessierte. Wir konnten 6 neue Gäste begrüßen, sogar aus Zingst, Körkwitz und Graal-Müritz.
In Käthe Miethes Buch „Unterm eigenen Dach“ finden sich ab der 3. Auflage Illustrationen von Herbert Bartholomäus. Das war für uns Anlaß Joachim Puttkammer einzuladen, der Herbert Bartholomäus über Jahrzehnte in Freundschaft verbunden war und der in einem seiner bisher 40(!) Bücher diesen Künstler ausführlich beschreibt und würdigt.
Herr Puttkammer vermittelte uns ein umfassendes Bild von diesem vielseitigen Künstler, Gebrauchsgrafiker, Buchillustrator, Zeichner und Maler, der nach 1945 im Norden einem breiten Publikum mit seinen Werken bekannt war, wenn man auch nicht immer seinen Namen wußte. Beispiele seiner Werke lagen im Original oder als Kopien auf dem Tisch und wurden intensiv zur Kenntnis genommen – Werbeetiketten, Plakate, Briefmarken, Spielkarten, Illustrationen, Zeichnungen, Gemälde; als besonders frühes Werk eine Speisekarte für das Olympische Dorf von 1936, die für ihr vielsprachiges Publikum weitestgehend auf Text verzichtete und mit Zeichnungen der einzelnen Angebote auskam.
Durch zahlreiche persönliche Anmerkungen von Herrn Puttkammer entstand vor unseren Augen ein facettenreiches Bild des kulturellen Lebens im Mecklenburg der Zeit nach 1945: Willi Bredel (1901-1964), Rudolf Gahlbeck (1895-1972), Hans Franck (1879-1964), Karl Kleinschmidt (1902-1978), auch Oberst S.I.Tulpanow (1901-1986) spielten darin eine Rolle. Von Bartholomäus Werken blieben uns besonders die Illustrationen zu den Vitalienbrüdern von Bredel (bei Hinstorff in Rostock und Rowohlt in Hamburg) und zu den Mecklenburgischen Märchen von Heinrich Seidel (1842-1906) in Erinnerung.
Herr und Frau Levermann aus Zingst, die aus ihrer Ludwigsluster Zeit Herbert Bartholomäus über Jahrzehnte kannten, konnten manches durch persönliche Erinnerungen ergänzen. Dafür waren wir besonders dankbar. Unsere Ankündigung in der Ostsee-Zeitung hatte uns dazu verholfen.
Der BS-Verlag Rostock bietet im Internet jeweils Leseproben zu seinen Büchern an. Mit Zustimmung von Herrn Puttkammer hängen wir hier die von seinen sechs Büchern an, die bei BS erschienen sind. Zum ehemaligen Petermänken-Verlag und zur heutigen Verlagslandschaft in MV erfuhren wir von Frau Dr. Krempien, Gründerin und langjährige Chefin des Demmler-Verlags, manch Interessantes.
Für den nächsten Stammtisch haben wir die Zusage von Frau Mehrwald für einen Bericht über eigene Arbeiten. Anstoß dafür war der im letzten Monat verteilte Beitrag von Manfred Krüger (2001) zur Geschichte des Ostseewellenliedes von Martha Müller-Grählert. Den vollständigen Liedtext hängen wir hier auch an, zumal Frau Henkel eine Akkordeonbegleitung angeboten hat.


