mit Heidemarie Bradhering, Althagen
Im Februar bleiben wir auch wieder in der Gegenwart und schauen in die Vergangenheit: in der heutigen Zeit geschrieben und den Blick in die Vergangenheit gerichtet. War es vor einem Monat ein Wustrower, ist es jetzt eine Althägerin.
Mit einer lebendig gewordenen kleinen Figur tauchen wir in die Geschichte der Hansestadt ein.
Wenn Steine reden könnten, was würden wir erfahren – Interessantes, Lustiges oder sogar Gruseliges?
Wir freuen uns auf die Lesung von Frau Bradhering, die unser Gast sein wird und mit der wir sicherlich manch anregendes Gespräch führen werden.
Im Fundstück 29 beschäftigt sich Käthe Miethe 1932 mit einer besonderen Wustrower Büdnerei, mit der Navigationsschule, die die Büdnerei-Nummer 279 hatte. Das möchten wir als Einstieg lesen.
Im kommenden Monat finden die nächsten Käthe-Miethe-Tage statt, kurz danach eröffnet Ahrenshoop mit einer Festwoche sein Jubiläumsjahr „125 Jahre Künstlerkolonie“. Da rufen wir heute schon zur aktiven Teilnahme auf!
Am 12.03. stellen wir im Wustrower Enking-Zimmer das Manuskript „Zu den „Glücklichen Inseln““ von Käthe Miethe erstmalig vor und können hoffentlich schon etwas über dessen „Buchwerdung“ berichten.
Am 28.03., dem Termin für unseren nächsten Stammtisch, wird im Ahrenshooper Dünenhaus die druckfrische 2. Auflage von „Ahrenshoop – eine Künstlerkolonie an der Ostsee“ präsentiert, jenes Buches, mit dem 1990 die heute nicht mehr wegzudenkende Zusammenarbeit mit dem Fischerhuder Verlag „Atelier im Bauernhaus“ begann. Wir sollten unseren Stammtisch ins Dünenhaus verlegen.
Zu unserem Ausflug in die Rostocker Geschichte mit Heidemarie Brandhering konnten wir 22 Teilnehmer begrüßen, unter ihnen wieder einige neue und Urlauber.
Das zunächst von Hannelore Matthias gelesene Fundstück „Seefahrt zu Lande“, in dem Käthe Miethe aus dem Jahre 1932 auf die Seefahrtschule blickt, brachte uns auf den Gedanken, die Geschichte dieser Schule einmal bei einem Stammtisch aus der Sicht von Zeitzeugen, heutiger und ehemaliger, zu thematisieren.
Heidemarie Bradhering, die 37 Jahre als Lehrerin in Rostock tätig war und seit 2007 in Althagen wohnt, hat in ihrem Buch „Sprechende Steine“ die in der Johannisnacht lebendig werdende Plastik „Die Trinkende“ von Victor Heinrich Seifert aus dem Rosengarten am Steintor einen Rundgang durch die Rostocker Innenstadt machen lassen. Diese Figur findet dabei Steine, die sprechen können, und von denen sie dann viel Interessantes über die Stadtgeschichte erfährt. Vor Sonnenaufgang muss sie wieder auf ihren angestammten Platz auf den Sockel, wo sie schon seit 1922 steht und mit den sieben Wasserstrahlen aus ihrer Trinkmuschel ein weiteres Mal die für Rostock bedeutsame Zahl Sieben symbolisiert. 1993 wurde sie zwar gestohlen, unter Verwendung der alten Gussform und mit Unterstützung der damaligen Volksbank konnte die Figur aber bereits ein Jahr später wieder ihren Platz einnehmen. Zwischen 2005 und 2007 war die Plastik aus ebendiesem Grund noch einmal „abwesend“. Das Buch erschien 2010 im BS-Verlag Rostock (38 Seiten, 16 Farbfotos).
Wir machten uns mit der Trinkenden auf den Weg, dessen einzelne „Haltepunkte“ vielen von uns gut vertraut waren, erfuhren aber trotzdem zahlreiche Neuigkeiten. Dabei blieb es stets kurzweilig. Es ist der Autorin zu verdanken, dass wir das Buch von der ersten bis zur letzten Seite kennenlernten.
Wustrow hat seit längerem seinen Kulturpfad, dessen einzelne Stationen man mit einer Broschüre in der Hand erwandern kann. In Ahrenshoop steht in den nächsten Tagen der Kunstpfad mit zehn in die Landschaft gestellten Arbeiten und deren Beschreibung vor seiner Einweihung, es gibt mehrere Flyer zu den Künstlern und deren Häusern, auch zwei Stolpersteine. Dazu werden literarische und künstlerische Spaziergänge angeboten – das ist alles nüchterner, sachlicher, aneinandergereihtes Einzelnes. Mit der Figur Paul Palette sucht das Ahrenshooper Kunstmuseum in unseren Tagen auch den direkteren Kontakt zu vielen Interessierten, vor allem zu Kindern.
Für den kommenden Stammtisch einigten wir uns auf die Teilnahme an der Buchvorstellung von „Ahrenshoop – Kolonie und Dorf der Kunst und Künstler“ von Dr. Wolf Karge am 28.03., 20:30 Uhr im Dünenhaus. Vorher liegen am 11. und 12.03. die 7. Käthe-Miethe-Tage, an denen wir uns auch wiedertreffen können.


