Friedrich Schulz und das Regionalarchiv

mit Birgit Barth, Ahrenshoop



Nun ist das Jubeljahr mit der Festwoche nachhaltig eröffnet worden, in den kommenden Monaten werden noch zahlreiche Menschen und Dinge aus den 125 Ahrenshooper Künstlerkolonie-Jahren in den Mittelpunkt gestellt werden. Für manches davon lassen sich Nachweise in vielen Archiven finden.
Unter dem Dach der Ahrenshooper Kurverwaltung hat seit dem Jahre 2000 das Regionalarchiv Fischland-Darß-Zingst seine gut gefüllten Schränke. Es geht auf Friedrich Schulz (1925-2014) aus Berlin zurück, der vor allem zur Ahrenshooper Geschichte mit zahlreichen Publikationen an die Öffentlichkeit getreten ist und der seine umfangreiche Sammlung an den damaligen Landkreis zur weiteren Nutzung gab. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 700-jährigen Bestehen von Ahrenshoop ernannte die Gemeinde Friedrich Schulz zu ihrem Ehrenbürger.

Hier sind noch manche Schätze zu heben. Auch Käthe Miethe ist dort gut vertreten.

Frau Barth von der Kurverwaltung wird uns mit Friedrich Schulz und mit dem Archiv näher bekannt machen. Sie betreut dieses Archiv von Anbeginn.

Obwohl viele von uns manche Publikationen von Friedrich Schulz kennen, werden wir während des Stammtisches in den meisten auch blättern können, womit sich für unser Motto „Fischland literarisch – gestern und heute“ eine große Bandbreite für Gespräche anbietet.

Mit dem Fundstück 31 „Zu den glücklichen Inseln“, den zweiten von sieben Berichten, die Käthe Miethe über ihren dreimonatigen Aufenthalt auf Teneriffa 1926 in der Deutschen Allgemeinen Zeitung veröffentlichte, wollen wir diesen Stammtisch abschließen. Über das damit im Zusammenhang stehende Buchprojekt, das wir bei den letzten Käthe-Miethe-Tagen ausführlich vorgestellt haben, gibt es Erfreuliches zu berichten.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und einen interessanten Abend!


Nun trafen wir uns wieder am angestammten Platz, wo uns Frau Saatmann trotz eines im Urlaub gebrochenen Beines herzlich begrüßte. Unter den 16 Teilnehmern konnten wir wieder einige neue begrüßen, auch Urlauber.

Wie abgesprochen stellte uns Frau Barth von der Ahrenshooper Kurverwaltung Friedrich Schulz und sein Archiv vor. Sein Interesse an unserer Region entstand bei ihm, dem Berliner, bereits 1943 als er seine Arbeitsdienstzeit auf Pütnitz ableisten musste und währte ein Leben lang. Über die Jahrzehnte kam eine umfangreiche Sammlung über Geschichte, Land und Leute auf dem Fischland und dem Darß zusammen, die er für zahlreiche Publikationen nutzte. Seine 1992 von der Bunten Stube und dem Verlag Atelier im Bauernhaus Fischerhude herausgegebene Dorfchronik „Ahrenshoop – die Geschichte eines Dorfes zwischen Fischland und Darss“ und das 2001 folgende „Ahrenshoop – Künstlerlexikon“, das wieder im Atelier im Bauernhaus erschien, sind bis heute Standardwerke für Ahrenshoop geblieben, leider ohne Nachauflagen.

Das Archiv gelangte schließlich 2004 in die Obhut der Kurverwaltung, wo es von Anfang an von Frau Barth betreut wird und für alle Nutzer zugänglich ist. Es schlummern dort sicherlich noch verborgene Schätze, Fundstücke von Käthe Miethe gibt es reichlich.

Frau Barth berichtete auch von dem jährlich veranstalteten Tag der offenen Tür, an dem Friedrich Schulz zu seinen Lebzeiten immer anwesend war und das Gespräch mit den Besuchern suchte und an dem es jährlich wechselnd eine kleine Ausstellung zu einem regionalen Thema gab.

Den zweiten Teil unserer Zusammenkunft leitete Frau Matthias wieder mit einer kleinen Lesung ein. Wir hörten das Fundstück 31 „Zu den Glücklichen Inseln“, den zweiten von sieben Berichten von Käthe Miethe über ihre dreimonatige Teneriffareise aus dem Jahre 1926.

In diesem Zusammenhang konnte ich darüber informieren, dass das Manuskript des Buches, das sie etwa 5 Jahre nach dieser Reise dazu geschrieben hat, einen Verleger in Schwerin gefunden hat. Allerdings müssen wir uns noch weiter um das Aufbringen des dafür erforderlichen Druckkostenzuschusses bemühen. Zu diesem Zweck initiierten wir zusammen mit dem Deutschen Bernsteinmuseum in Ribnitz einen Spendenaufruf, den ich am Schluss an alle Teilnehmer verteilte und den ich auch diesem Resümee beilege. Wenn wir die schon erbrachten 2000 € verdoppeln könnten, wäre die Buchproduktion wohl in sicherem Fahrwasser.

Wir haben es mit diesem Stammtisch erstmalig erreicht, das angesetzte Thema in der „großen Runde“ nach etwa einer Stunde abschließen zu können und nutzten die weitere Zeit für zahlreiche Gespräche in kleineren Gruppen zu unterschiedlichsten Themen.


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