mit Prof. Dr. Irmtraud Rösler, Hohenfelde
Am 4. Mai ist der 80. Todestag von Richard Wossidlo.
Wir freuen uns ganz besonders, dass wir über Leben und Werk dieses Ausnahmewissenschaftlers aus berufenem Munde mehr erfahren können.
Seine Feldforschung, in deren Rahmen er fast jeden Ort Mecklenburgs bereiste, ergab eine Sammlung von etwa 2 Millionen Dokumenten, die die Grundlage für das Mecklenburgische Wörterbuch bildeten.
Bei seinem Onkel in Körkwitz fing es damals an, auf dem Ribnitzer Friedhof liegt Wossidlo begraben.
Malchens Café war wieder gut gefüllt, diesmal kamen 26 Interessierte. Mit Familie Rösler hatten wir ausgewiesene Kenner von Leben und Werk Wossidlos eingeladen. Frau Professor Rösler erläuterte zunächst das Leben dieses Ausnahmewissenschaftlers, der seine Sammlung über Jahrzehnte zusammentrug und dabei immer Lehrer blieb mit allen Verpflichtungen dieses Berufs. Anhand vorbereiteter Texte wurden anschließend Reime, Rätsel und Sagen vorgetragen und diskutiert. Dadurch, dass Wossidlo zwischen 1883 und 1939 fast jeden Ort in Mecklenburg besuchte, wuchs seine Sammlung ständig. Er selbst verfasste mehrere Bücher, von denen z.B. Reise, Quartier, in Gottesnaam auch in unserer Zeit noch aufgelegt wird. Sein Volksstück Ein Winterabend in einem mecklenburgischen Bauernhause wurde oft von Laientheatergruppen aufgeführt. Seine Sammlung wurde zum Teil im Schweriner Schloss ausgestellt, heute gehen die Bestände im Freilichtmuseum in Schwerin-Mueß auf die Bestände zur Volkskunde aus den Sammlungen von Richard Wossidlo zurück. Die Aufarbeitung der Zettel aus den vielen Zettelkästen dauert noch an, große Teile sind digitalisiert und öffentlich zugänglich.
Die Nachfragen zu manchen Einzelheiten machten das rege Interesse der Anwesenden am heutigen Thema deutlich. Schön, dass auch die niederdeutsche Sprache dabei wieder vielfach genutzt wurde. Obwohl Wossidlo die Ehrendoktorwürde der Rostocker Universität verliehen wurde und ihm später auch eine Professur angetragen wurde, blieb er immer in Waren, in seinem Weinbergschloss, und arbeitete unermüdlich am Zusammentragen und Auswerten der Belegzettel, deren Anzahl zum Schluss auf etwa 2 Millionen gestiegen war. Käthe Miethe hat in einem längeren Beitrag über einen Besuch bei ihm berichtet, den sie 1936 zusammen mit Peter E. in Waren machte.
Am Schluss bedankten wir uns bei Röslers mit einem Buchgeschenk, der neu erschienenen „Herrgottsuhr“ von Käthe Miethe.
Wir können uns in diesem Jahr noch einmal auf einen plattdeutschen Abend freuen, wenn Tarnow auf dem Programm steht.


