mit Christian Voß, Rostock
Claus Stier (24.04.1936 – 29.04.2016) war von 1972 bis 1996 Pastor des Fischlandes in Wustrow.
Er ist vielen von uns noch in lebhafter Erinnerung, auch als Pastor i.R., wobei er unter i.R. „in Rufweite“ verstand.
In Rostock aufgewachsen, war er sein Leben lang ein Plattsnacker, – schreiber und – vorleser. Seine Geschichten füllen mehrere Bücher.
Wir freuen uns, dass Christian Voß, auch ein Pastor i.R., der Claus Stier ein Leben lang kannte, uns dessen – natürlich in plattdeutscher Sprache vorgetragenen – Texte wieder näherbringen wird.
Es war ein Neubeginn, und was für einer …
Endlich konnten wir uns wieder treffen und es kamen auch gleich 35 in Malchens Café, sogar (April-)Urlauber und zwei „Neue“, ein herzliches Willkommen nach Rostock und Stralsund! Weimar war vertreten, auch Ostfriesland.
Endlich konnte der schon zweimal verschobene Stammtisch „Plattdeutsches von Claus Stier“ stattfinden, vor zwei Jahren musste er als erster abgesetzt werden, im vorigen Monat sollte er dann stattfinden, nun klappte es.
Endlich – muss auch Christian Voß in Gedanken gesagt haben. Er kennt Claus Stier schon aus Schultagen in Rostock, beide besuchten dort die Große Stadtschule, beide haben Theologie studiert, waren Pastoren, beide waren bzw. sind aktive Plattsnacker.
Claus Stier gehörte zu den 14 Gründungsmitgliedern des Stammtisches, die sich am 13.10.2015 in Malchens Café trafen und sich künftig zum Thema „Fischland literarisch – gestern und heute“ austauschen wollten. Unter diesem Dachthema versammelten sich bis zum 58. Stammtisch 1413 Teilnehmer, die daran interessiert waren. Damit wurden unsere damaligen Hoffnungen weit übertroffen.
Christian Voß stellte den plattdeutschen Autor Claus Stier in den Mittelpunkt, der diese Sprache auch immer wieder in den Alltag einbrachte, der aktives Mitglied der Fritz-Reuter-Gesellschaft war und der mit einigen Bänden plattdeutscher Geschichten heute noch in den Buchhandlungen anzutreffen ist und in so manchen Bücherschrank auf dem Fischland steht. Von ihm stammen „Von Davids Stein und Simons Stab“ (1975, 1980), „Bitte einen Augen-Blick!“ (1980, 1984), „Dir auf der Spur“ (1987), „Fischlanner Struuss“ (1995), „De Schippsklocken von Wustrow“ (1999), „Ti-Schört un anner plattdüütsch Vertellers“ (2006), „Das verschwundene Altarkreuz“ (2013).
Aus einigen hatte Christian Voß Geschichten ausgewählt, die er in seinem Rostocker Platt, mitunter durch kurze Erläuterungen ergänzt, den Anwesenden meisterhaft vortrug, die ihm dafür lebhaft Beifall spendeten. Das sich anschließende Gespräch berührte verschiedene Aspekte der plattdeutschen Sprache.
Nach dem Kleinen Prinzen hat Christian Voß auch die Häschenschule ins Plattdeutsche übersetzt. Wir bedankten uns für den Abend diesmal mit dem Buchgeschenk „Unser Haus in Althagen“.


