Ledsung und Gespräch mit Hartmut Brun, Polz
Auch in Mecklenburg gab und gibt es zahlreiche Schrieverslüü, bekannte und weniger bekannte. Viele davon versammeln sich immer wieder im Niederdeutschen Heimatkalender „Voß un Haas“, den es bei Hinstorff wieder seit 30 Jahren gibt, seit langer Zeit herausgegeben von Hartmut Brun. Wir freuen uns auf eine erneute Begegnung mit Hartmut Brun, der selbst viel zu Ludwigslust, Dömitz und der Griesen Gegend veröffentlicht hat.
Schon wieder an einem anderen Ort, dazu noch zu einer anderen Anfangszeit: auf unsere Einladung hin fanden sich 17 Teilnehmer in der Mühle ein.
Hartmut Brun, zum wiederholten Male zu Gast beim Stammtisch, stellte uns mit seinen literarischen Merk-Würdigkeiten, wobei er Wert auf den Bindestrich in diesem Begriff legte, vor ein wahres Füllhorn fast ausschließlich plattdeutscher Lyrik und Prosa von Autoren, die in der heutigen Zeit oft nur wenigen bekannt sind. In einer langen Zeitungsserie, dazu auch noch in vier Heften hat er sie veröffentlicht. Die einzelnen Hefte machen jeweils mit Autoren eines Landesteils bekannt, immer mit kurzen biografischen Notizen, einer Auswahlbibliographie und einer Leseprobe. Im Heft „Stah fast, mien oll leew Muddersprak“ finden wir auch einen Beitrag von Jürgen Grambow über Käthe Miethe. Heute sind das leider antiquarische Raritäten.
Vielleicht lässt sich das durch eine Neuauflage ändern, wert wären sie es. Wir wollen das auch in den Affisen 2024-10 anregen, die in ihrer Adressendatei auch den Heimatverband M-V in Schwerin haben und dort hoffentlich erst nach dem Lesen abgeheftet werden. Schön wäre ein Lesebuch mit diesen literarischen Miniaturen!
Konnte in der Mühle der Überblick über die Autoren dieser 152 Artikel nur selektiv und kurz sein, galt das erst recht für die ausgewählten Beispiele.
Wir lernten Ernstes und Heiteres kennen, oft im schönsten Plattdeutsch. Wir erfuhren etwas über Joachim Slüter, den Rostocker Reformator aus der Lutherzeit, oder über Carl Gloede, der aus Ludwigslust stammt und bei Kaiser Wilhelm I Mundkoch wurde. In seinem plattdeutschen Gedicht „Zutemoos“ beschreibt er ein Gericht, das er dem Kaiser wohl nicht vorgesetzt hat. Auch der von Reuter in „Dörchläuchting“ beschriebene Friedrich Kegebein, der Hofpoet, kommt vor, es gab ihn wirklich.
Vom Pommernrand, an dem die Mühle in Ahrenshoop wieder schön hergerichtet steht, blickten wir an diesem Abend hinüber nach Mecklenburg, von dem wir mit Merk-Würdigkeiten ganz unterschiedlicher Art beladen schließlich den Heimweg antraten


