100 Jahre BUNTE STUBE – die vielen Facetten der Gründung von 1922

Vortrag und Gespräch mit Andreas Wegscheider, Ahrenshoop


Seit ihrer Eröffnung am 8. Juni 1922 wird die BUNTE STUBE in Ahrenshoop nun schon in der vierten Generation von der Familie Wegscheider als ein Geschäft betrieben, das Bücher, Kunsthandwerk, Mode, Naturwaren, Schmuck, Malerei und Grafik das ganze Jahr über anbietet. Im Verlag BUNTE STUBE erschienen regionale Publikationen, in einem kleinen Kunstkabinett werden seit Jahrzehnten Künstler und Kunsthandwerker dem Publikum vorgestellt, deren Anzahl bis heute schon 100 übersteigt.

Andreas Wegscheider, der seit 1984 Inhaber der BUNTEN STUBE war, die er inzwischen an seinen Sohn weitergegeben hat, gibt einen Einblick in die lange Geschichte dieser den damaligen und den heutigen Künstlerort prägenden einmaligen Institution.


Nun waren wir wieder im Kunstmuseum – zum Thema „100 Jahre Bunte Stube“, das auf ein großes Interesse stieß, ein sehr schöner Rahmen. Andreas Wegscheider konnte vor 55 interessierten Zuhörern die lange Geschichte dieser einzigartigen Ahrenshooper Institution vorstellen, die inzwischen sein Sohn Max in der 4. Generation weiterführt.

In den Mittelpunkt stellte er den Jubiläumsband „100 Jahre Bunte Stube“, begann aber mit der Laudatio seines Sohnes zum 100. Geburtstag, einen Text, den der Band nicht enthält. Vielen war vieles von dem, was da noch einmal aus der Geschichte auftauchte, noch aus eigenem Erleben bekannt, anderen vom Hörensagen. Es gab aber auch manch Neues.

Großmutter Martha eröffnete anläßlich ihres 40. Geburtstages am 8. Juni 1922 ein kleines Geschäft, das sie Bunte Stube nannte und in dem man z.B. auch Zeitungen lesen konnte. Der Anbau, dessen Gestalt heute noch ein Unikat im Dorfbild darstellt, entstand 1928. Die Bunte Stube wurde schnell zum kulturellen und gesellschaftlichen Zentrum des Ortes, zur Ortsmitte des langen Straßendorfes. Neben Martha Wegscheider prägte anfangs Hans Brass die Bunte Stube, später Fritz Wegscheider, der Sohn Marthas. Neben Kurzwaren, Kunstgewerbe, Büchern und Zeitungen gab es zeitweilig einen Fisör-Salon, einen Autodienst, ein Schneider-Atelier, Modeschauen wurden veranstaltet und Ausstellungen. Die Kriegs- und die Nachkriegsjahre waren nicht einfach, die Selbstständigkeit konnte gewahrt werden. Das heutige Profil der Bunten Stube geht auf Fritz Wegscheider zurück, der das Unternehmen bis 1984 führte. Eigene Postkarten, Briefpapier, Kalender ergänzten das Angebot, es entstand auch eine Verlagsbuchhandlung, in der Regionalpublikationen erschienen. 1984 übergab Vater Fritz an seinen Sohn Andreas, der wiederum vor einigen Jahren an Max.

Über diese lange Zeit lassen sich hunderte Geschichten erzählen. Einige davon wurden aus der Vergangenheit hervorgeholt. Besonders interessant waren Berichte über Umstellungen und Neuausrichtungen nach 1990, manches wurde möglich, leichter, transparenter, maches musste neu erlernt werden, auch Freunde halfen. Die Erfolgsgeschichte setzte sich fort, nun schon im 103. Jahr seit der Gründung 1922. Ein Kleinod, das noch lange strahlen möge!

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