Es ist schon ungewöhnlich, wenn man 56 Jahre nach dem Tod einer Autorin den Erstdruck eines Buches von ihr in der Hand hält. Wie kam es dazu? Käthe Miethe starb 1961. Zu den »Glücklichen Inseln« blieb unveröffentlicht. Die Gründe dafür liegen im Dunkel der Geschichte. Unklar ist auch, auf welchem Weg das Manuskript in das Archiv des Hinstorff-Verlages Rostock kam. Dort wurde es 2016 zufällig aufgefunden. Im Stile ihrer Bücher aus den 1930er und 1940er Jahren erzählt Käthe Miethe eine Geschichte aus dieser Zeit: Gudrun, eine Kapitänstochter aus Wustrow, wird von ihrem Vater zu ihrer ersten Seereise mitgenommen. In den Osterferien läßt er sie nach Bremen kommen, von wo aus er mit seinem Dampfer Bananen von Teneriffa holt. Was Gudrun dabei alles erlebt, wie sie beinahe den Inselvulkan besteigt und eine Freundschaft fürs Leben schließt – das beschreibt Käthe Miethe kurzweilig und – schon damals –seemännisch fachkundig. Eine schöne Urlaubslektüre aus der Zeit der aufgekommenen Dampfschifffahrt – als es noch lange Liegezeiten in den Häfen gab, bis die Fracht auf dem Bananendampferverstaut war.
Fischland, Meer und Bodden
Essays und andere kleine Arbeiten aus vier Jahrzehnten
Käthe Miethe nimmt uns mit in das Jahr 1930 – in den dörflichen Alltag des Fischlandes: die Tradition der alten Segelschiffe ist noch lebendig, auf dem Bodden wird noch fleißiggefischt, Sommergäste haben sich auch schon eingemietet. Im Mittelpunkt stehenAnnemieke, Alma, Toennies und Otfried, junge Leute, die ihren Weg finden müssen.Zusammen mit den Erwachsenen erleben wir sie als Dorfbewohner, die füreinander einstehen, Schicksalsschläge überstehen, die dabei manchmal auch die Herrgottsuhr schlagen hören. Das unter dem Titel »Zur rechten Stunde« 1948 erstmals publizierte undlange vergriffene Buch wurde damals als Erzählung für heranwachsende Mädchen beworben. Die mit bisher kaum bekannten Fotografien und historischen Ansichtskarten illustrierte Neuausgabe ist mit einigen Arbeiten der Autorin ergänzt, die sie im Feuilleton deutscher Zeitungen veröffentlichte und die Bezüge zum Inhalt der Erzählung haben. Eine bibliographische Übersicht über die Jugendbücher der Autorin, eine kurze Biographie undAnmerkungen zu einigen der plattdeutschen Lieder ergänzen den Band.
Die Herrgottsuhr
ergänzt durch Arbeiten Käthe Miethes im Feuilleton deutscher Zeitungen
herausgegeben von Helmut Seibt
14,5 x 21,5 cm, 164 Seiten, 29 Abbildungen, Hardcover
Die Liste der Publikationen von Käthe Miethe (1893–1961) ist lang. Dabei ist der Überblicküber ihre Bücher, selbst geschriebene und aus mehreren nordischen Sprachen übersetzte,inzwischen wohl vollständig möglich. Vor einigen Jahren tauchte noch ein Manuskript auf,das inzwischen als Buch erschienen ist; andere »warten« noch. Die Auflistung ihrerjournalistischen Arbeiten kann heute nicht mehr vollständig gelingen. Die jetzt vorgelegtenBeiträge, die sich um das Thema »Fischland – Meer – Bodden« finden ließen, stammenüberwiegend aus der Deutschen Allgemeinen Zeitung und aus den MecklenburgischenMonatsheften. In ihrer chronologischen Anordnung eröffnen sie dem Lesenden zuunterschiedlichsten Themen ein Zeitfenster zwischen 1919 und 1959.
Alle die mir sind verwandt Ergänzt durch drei Essays von Marie Miethe zur Familiengeschichte.
»Verwandtsein ist des Menschen erste Situation bis zu seines Lebens letzten Tage. Dagibt es kein Entrinnen. «Diesen Satz Käthe Miethes (1893–1961) findet man gleich auf den ersten Seiten einerArbeit, die sie in der zweiten Hälfte der 1940er-Jahre schreibt und die jetzt als Erstveröffentlichung vorgelegt werden kann.In zwölf Kapiteln behandelt sie die unterschiedlichsten Aspekte des Themas Verwandtsein. Sie unternimmt mit uns einen Gang durch die Jahrhunderte, stellt an zahlreichenBeispielen Probleme dar, mit denen sich zueinander verwandte Menschen auseinandersetzen müssen, kommt immer wieder in ihre Gegenwart zurück und gestattet uns auch einen Blick in die eigene Familie. Dieser Blick auf die eigene Familie wird durch drei Texte von Marie Miethe ergänzt, in denen Käthe Miethes Mutter Teile ihres eigenen Lebens schildert. In »Alle, die mir sind verwandt« lernen wir eine völlig neue Käthe Miethe kennen, keine Autorin von Jugendbüchern: