mit Gunther Emmerlich, Dresden, und Kristian Wegscheider, Ahrenshoop/Dresden


Aus seinen Büchern

„Ich wollte mich mal ausreden lassen“ (2007),

„Zugabe – Anekdoten, Ansichten und anderes“ (2010),

„Spätlese – Eine Rücksicht ohne Vorsicht“ (2016) und

„Fortgeschritten – Man muss den Tatsachen ins Auge sehen, auch wenn sie noch so erfreulich sind“ (2020)

stellt uns der bekannte Opernsänger und Entertainer als langjähriger Gast aus seiner Sicht „Ahrenshoopisches“ vor.

Zum Stammtisch bringt Gunther Emmerlich seine Gitarre mit.

Vor einigen Tagen gab es mit ihm auf dem Riedelhof im Oberen Vogtland „Die Welt und ich – 70 Jahre – Emmerlich“ als Open Air, in wenigen Tagen können wir ihn in Starkow im Pfarrgarten und in der Kunstscheune in Barnstorf jeweils mit dem Dresden-Swing-Quartett erleben – ein Unermüdlicher, in dessen Pass 1944 als Geburtsjahr vermerkt ist.

Wir freuen uns auf einen schönen Sommerabend.


Mit diesem Stammtisch schoben wir gleich einige der bisherigen Bestmarken weiter nach oben: Zahlreiche telefonische Anrufe nach Platzreservierungswünschen deuteten schon ein gestiegenes Interesse an, auch wenn wir den Wünschen nicht nachkamen. Wir fuhren etwas eher nach Althagen und sahen erstmals vor dem Café eine Warteschlange. Schließlich mussten alle Stühle mobilisiert werden und Punkt 19 Uhr konnten wir den Stammtisch mit 71 Teilnehmern beginnen, alle hatten einen Platz gefunden. Gunter Emmerlich hatte sich für diesen Abend mit Kristian Wegscheider zusammengetan – und es entstand etwas Einmaliges.

Man kann gar nicht alle Textstellen referieren, die sich Gunther Emmerlich aus seinen Büchern ausgesucht hatte, jede spiegelte Begebenheiten wider, die Ahrenshooper Zeitgeschichte wieder auferstehen ließen, der Autor ist seit 48 Jahren hier Sommergast. Augenzwinkernd, geschliffen formuliert, humorvoll, auch sich selbst gegenüber, stand den Zuhörern vieles aus Vergangenheit und Gegenwart neu vor Augen. Da lernten wir das Giebelzimmer unterm Dach kennen, das genau für ein Doppelbett Platz bot, oder das schwierige Aufschließen des Strandkorbes, das schließlich mit dem Umkippen des Korbes den „Nutzer“ in eine komplizierte Lage brachte. Beim Text von „Rosalinde“ konnte sich auch kein Zuhörer eine rosa Linde vorstellen. Immer wieder gab es Beifall.

Zwischen den Texten verschafften sich immer wieder die Emmerlichsche Gitarre und die Wegscheidersche Treckfidel Gehör, solistisch und mit meist eigenen Texten, ebenfalls ein Genuß.

Kristian Wegscheider steuerte Plattdeutsches bei, nicht nur von Anton und Emma Kaluwrichkeit, von deren Flucht aus Ostpreußen bis auf das Fischland hier einmal in Gänze berichtet wurde, nämlich einem Redakteur der Wasser-Prawda. Mit dem Lesen des Klumbumbus-Textes von seiner Mutter Gertrud, machte Kristian Wegscheider eine Verbeugung vor der großen alten Dame, die vielen von uns noch gut in Erinnerung ist. In kurzen Gesprächen der beiden Protagonisten erfuhren wir auch einiges über Kindheit und Jugend von Gunther Emmerlich in thüringischen Eisenberg. Kristian Wegscheider nutzte dafür sogar ein „Telefonat“ aus Südafrika, das ihn erreichte.

Der Schlussapplaus ging in stehende Ovationen über, für jeden Darbietenden die höchste Form auf einer mehrstufigen Skala, die Gunther Emmerlich vorher schon aus seinem Buch „Zugabe“ erläutert hatte. Also: drei Zugaben!

Die schönste Zugabe konnten wir mit den beiden aber am Schluss noch verabreden: Im nächsten Jahr wird es eine Fortsetzung geben, wieder beim Stammtisch im Juli, dann ist es der 86.


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