„Wedderfunn´n“ – eine plattdeutsche Novelle von Felix Stillfried

mit Christian Voß, Rostock


Christian Voß, bereits mehrfacher Gast unseres Stammtisches, stellt diesmal eine Novelle des niederdeutschen Schriftstellers und Lyrikers Felix Stillfried (1843-1910) vor.

Stillfried stammt aus Klein Rogahn bei Schwerin, studierte Theologie und Altphilologie und arbeitete als Lehrer, zuletzt an der Großen Stadtschule in Rostock.

Klein Rogahn gehört heute zum Amt Strahlendorf im Kreis Ludwigslust-Parchim.

Die Schule in Strahlendorf trägt seit 2002 Felix Stillfrieds Namen.


Nun konnten wir wieder „unsern Dienst“ aufnehmen, kranksein war gestern. Wir konnten auch gleich wieder einen „alten Bekannten“ begrüßen. Christian Voß hält uns eben die Treue, und wir ihm – haben wir in ihm doch einen ausgezeichneten Meister der plattdeutschen Sprache in Wort und Schrift.

Diesmal las er für uns 22 Zuhörer die Novelle „Wedderfunn´n“ von Felix Stillfried (1851-1910), einem Gymnasialprofessor an der Großen Stadtschule in Rostock, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Adolf Ferdinand Rudolf Brandt hieß, unter seinem Pseudonym in der Wikipedia-Eintragung zur Großen Stadtschule heute noch aufgeführt wird, als niederdeutscher Schriftsteller und Lyriker. Auch in dem dickleibigen Buch „Berühmte Rostocker Persönlichkeiten aus 800 Jahren“ von Wolfgang Müller, Lexikus Verlag, Bad Kleinen 2012, hat er seinen Platz gefunden. Weshalb er unter einem Pseudonym veröffentlicht, bleibt im Dunkeln. Als wohlbestallter Schulmann hat er sicherlich nicht an der Gesellschaft gelitten, sondern eher „still“ und „zufrieden“ gelebt? Da unterscheidet er sich dann von Reuter.

Wie bei Fritz Reuter erzählt er in „Wedderfunn´n“ behaglich, ernst und humorvoll abgewogen, bettet die individuelle Geschichte einer Liebe in die drängenden sozialen Fragen im rückständigen Agrarland ein, dargestellt an zwei Protagonisten, die sich kennen, einander zugetan sind, nicht zusammenkommen können und erst am Schluss durch den Tod des Bauern eine gemeinsame Zukunft finden. Viel Tragik und Leid mit einem märchenhaften Schluss.

An Christian Voß schätzen wir nicht nur seine gute Vortragsweise, sondern auch die Einschübe, die er nach jedem Kapitel zu besonderen Wörtern/Begriffen aus dem Plattdeutschen machte, die nicht allen geläufig sein konnten.

Wir bedankten uns bei ihm diesmal – nach Absprache – mit einer Flasche Wein, was er sich wünschte, da unsere „Dank“-Bücher schon alle in seinem Bücherschrank stehen. Das wird auch seiner Frau, die diesmal mit im Publikum saß, gefallen haben.

Inzwischen erreichte uns seine Zusage zur Gestaltung eines weiteren Stammtisches im nächsten Jahr, was uns natürlich gefallen hat. Verraten wollen


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