mit Dr. Reinhard Rösler, Hohenfelde
Von Fritz Meyer-Scharffenberg stehen bei uns Heutigen vielleicht nicht mehr so viele Bücher im Schrank. Er hat besonders in den 1950-er bis 1970-er Jahren vieles aus unserer engeren Heimat beschrieben, das heute durchaus noch lesenswert ist, in Erzählungen, Romanen, Feuilletons, Gedichten und Theaterstücken, auch in heimatkundlichen Beiträgen. Zum Teil in plattdeutscher Mundart schildert er auf realistische Weise den Alltag der mecklenburgischen Dorfbevölkerung.
Wir freuen uns auf die Reise, die Dr. Rösler unter dem gewählten Titel mit uns unternehmen möchte.
Unser Stammtisch in Malchens Café hatte 16 Teilnehmer, die sich für Fritz Meyer-Scharffenberg (1912 – 1975) interessierten. Wir konnten wieder Familie Rösler begrüßen, die diesmal unter „Seiner“ Führung das Thema behandelte. Wir empfanden es erneut als eine Bereicherung, wie die beiden uns einen Schriftsteller näherbrachten, den viele von uns zwar schon zu seinen Lebzeiten kannten, manches von ihm auch gelesen hatten, dessen Schaffen uns nun aber ausführlich vorgestellt wurde, mit vielen Details, die wir eben nicht kannten.
Wer wusste schon, dass Meyer-Scharffenberg Fritz Reuter ins Hochdeutsche übertragen hat: In den 1960-er Jahren erschienen „Des Bürgermeisters Sohn“, „Die Franzosengeschichte“ und „Seine Majestät Dörchläuchting“.
Neben den Heimatbüchern, in denen er die Ostseeküste in ihrer vollen mecklenburgischen und vorpommerschen Breite behandelte, schrieb er, dessen literarisches Schaffen erst nach seiner Entlassung aus sibirischer Lagerhaft in den 1950-er Jahren begann, auch Kinderbücher, Erzählungen und Romane. Besonders bekannt wurde von ihm „Der Mann auf dem Kirr“.
Mit kurzen Textbeispielen machten Röslers unterschiedliche Fassetten aus dem Werk Meyer-Scharffenbergs deutlich, der auch plattdeutsch schrieb. Die unter dem Titel „Boddengeflunker“ aus dem Nachlass veröffentlichten Geschichten zeugen von einer guten Beobachtungsgabe für Dinge des Alltags und bedienen sich humoristischer Mittel der Darstellung.
Der Hinstorffverlag bietet heute noch „Die Insel Poel und der Klützer Winkel“ als 2. aktualisierte Neuauflage an, mit „behutsamen Änderungen“, die auf Klaus Meyer, den Sohn, zurückgehen, der ebenfalls Schriftsteller ist. Antiquarisch sind fast alle Bücher von Fritz Meyer-Scharffenberg erhältlich.
Dank der Aktivitäten unserer Holzkuh konnten wir uns auch bei Dr. Rösler mit einem Buchpräsent bedanken. Neben der „Hergottsuhr“ vom letzten Monat, das Frau Prof. Dr. Rösler für den heimischen Bücherschrank ausgewählt hatte, entschied sich Herr Dr. Rösler für „Unser Haus in Althagen“, eine Sammlung von Briefen der Familie Miethe aus ihren Althäger Jahren, die wir vor Jahren zusammengestellt hatten und die nun in einer erweiterten zweiten Auflage vorliegt.
Wir sind sehr froh über die Zusage, dass Dr. Rösler im kommenden Jahr bei unserem Stammtisch Ehm Welk vorstellen möchte.


