Betragen: Gut, Aufmerksamkeit: Gut, Fleiß: Genügend doch nicht gleichmäßig – Käthe Miethes Abgangszeugnis aus der Höheren Mädchenschule von Clara Keller, 29.IX 1909


Diesen Stammtisch widmen wir den noch ungehobenen Schätzen. Wir wollen an die Türen von Archiven klopfen und auf Käthe Miethe bezogen der Frage nachgehen, was wo „lagert“ und uns eventuell interessieren könnte. Unter dem Motto unseres Stammtisches „Fischland – literarisch“ ließe sich ein solches Projekt natürlich auch noch auf andere Autoren ausdehnen.

Auf Käthe Miethe bezogen möchte ich die breite Streuung ihres Nachlasses durch einen Streifzug durch die Archive folgender Einrichtungen verdeutlichen:

– Kurverwaltung Ahrenshoop

– Bernsteinmuseum Ribnitz-Damgarten

– Hinstorffverlag Rostock

– Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Berlin

Außerdem konnte ich bei einigen Privatpersonen in Ahrenshoop, Wustrow, Schwerin, Potsdam und Rathenow Einblick in deren Sammlungen nehmen.

Nachdem wir beim letzten Stammtisch zahlreiche Originale von Zeichnungen von Fritz Koch-Gotha betrachten konnten, können wir beim heutigen Stammtisch schon wieder Originale auf den Tisch legen: 18 Dokumente, vor allem Schul- und Ausbildungszeugnisse von Käthe Miethe und diesbezüglicher Schriftverkehr, die uns Frau Wihan kürzlich übergab. Bevor wir sie – wie abgesprochen – in den Bestand des Ribnitzer Archives übergehen lassen, möchte ich sie in der heutigen Sitzung präsentieren.

Zur Vorbereitung des nächsten Stammtisches laden wir Interessierte für den 16. Mai, Pfingstmontag, 15 Uhr zum „Arbeits-Kaffeetrinken“ in Malchens Café ein.

Am Beginn soll ein Text von Käthe Miethe stehen. Gekoppelt mit dem aktuellen Fundstück, das unter „Aus Käthe Miethes Feder“ jeweils am 15. d.M. erscheint, ist es in diesem Monat „Der erste Tag“ von 1921.

Damit verwirklichen wir auch eine Anregung von Pastor Stier aus einer früheren Stammtischsitzung. Kurz nach seinem 80. Geburtstag ist Pastor Stier leider verstorben. Wir werden seiner bei unserer nächsten Zusammenkunft ehrend gedenken.


Diesmal waren wir 17, darunter 6 Urlauber. Da kamen wir miteinander besser ins Gespräch als bei der wesentlich größeren Runde vor vier Wochen. Es gab diesmal jedoch einen sehr traurigen Anfang: vor einigen Tagen verstarb Pastor Stier, unerwartet, nur wenige Tage nach seinem 80. Geburtstag. Er war für unseren Stammtisch ein guter Wegbegleiter und Ideengeber. Bei der nächsten Zusammenkunft werden wir einen Text von ihm lesen, den er schon vor einiger Zeit für unsere Runde ausgesucht hatte.

Diesmal begannen wir mit „Der erste Tag“, einem Text von Käthe Miethe aus dem Jahre 1921, den Frau Matthias las. Er ist seit einigen Tagen auch das diesmonatige Fundstück in der Reihe „Aus Käthe Miethes Feder“. Diese Parallelität wollen wir für die Zukunft auch beibehalten. Der heutige „Erste Tag“ nach einem langen Winter hat durchaus noch manche Ähnlichkeit mit dem damaligen: Kommt man aus dem Binnenland an die See, begegnet einem der Frühling zum zweiten Mal.

Das angekündigte Thema, das mit den Kopfnoten aus dem Zeugnis von Käthe Miethe von 1909 Aufmerksamkeit erzeugen wollte, führte dadurch, dass alle 18 Dokumente, die mir Frau Wihan vor einiger Zeit gegeben hatte, herumgereicht wurden und von jedem ausführlich betrachtet werden konnten, zu vielen Gesprächen. Es lagen uns das „Abgangs-Zeugnis der Höheren Mädchenschule von Clara Keller“ (Charlottenburg, 1909) vor, das „Zeugnis Diplomprüfung für den mittleren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken sowie für den Dienst an Volksbibliotheken und verwandten Instituten“ (Königliche Universitätsbibliothek Berlin, 1914) sowie einige mit der Ausbildung zur Bibliothekarin verbundene Schriftstücke und das „Besitzzeugnis Verdienstkreuz für Kriegshilfe“ (Generalkommission in Angelegenheiten der Königlich Preußischen Orden, Berlin 1917). Uns beeindruckte in den Zeugnissen der damalige Fächerkanon und die Vielseitigkeit in der Berufsausbildung. Manche erteilten Noten verwunderten uns. Die Bezeichnungen für die in Preußen noch üblichen drei Zensurengrade haben aber mit den in der heutigen sechsstufigen Zensurenskala benutzten wohl kaum noch Gemeinsamkeiten, wenn auch zum Teil gleiche Wörter verwendet werden.

Nach Lage der Dinge wird es am zweckmäßigsten sein, wenn wir diese Dokumente in die bestehende Akte Miethe des Bernsteinmuseums in Ribnitz aufnehmen lassen. Dort befindet sich bereits eine Vielzahl von persönlichen Archivalien der Familie. Größere Bestände gibt es noch im Akademiearchiv in Berlin (128 Titel), im Fischländer Regionalarchiv in Ahrenshoop (39 Titel) und im Hinstoffarchiv in Rostock (19 Titel).

Für den nächsten Stammtisch muss der Termin etwas nach vorn verlegt werden, auf den 20.06., einen Montag: Wir freuen uns über die Zusage von Frau Bergmann aus Zwickau (Fischlandimpressionen – episch und lyrisch).

In den Sommermonaten wollen wir keine Pause einlegen, wir sehen darin auch ein Angebot für Urlauber. Vielleicht können wir uns dann einmal mit Peter E beschäftigen, Georg Hülsse war ja auch schon angedacht.

Abschließend nahmen wir als „Hausaufgabe“ mit, über ein Stammtischmaskottchen nachzudenken.


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