Abgedreht – Filmland Fischland Darß Zingst

mit Birgitt Sandke, Leipzig, Ahrenshoop



Das Fischland ist auch schon seit Jahrzehnten „Filmland“. Birgitt Sandke hat verschiedene Beispiele ausgewählt, an denen sie uns das vorstellt: Wir hören und sehen Ausschnitte aus dem Defa-Film „Die Hexen von Salem“ aus dem Jahre 1957 und aus neuerer Zeit einige Ausschnitte aus Filmen mit Wolfgang Stumph. Dabei wird sie von einigen Mitarbeitern des Kunstmuseums unterstützt, ihrer Arbeitsstätte.


Diesmal trafen wir uns nicht in Malchens Café, sondern im Kunstmuseum, auf der anderen Straßenseite, einer Einladung folgend und der Technik geschuldet.

Kino im Museum, das hat schon Tradition. Birgitt Sandke hatte uns das Thema auch gleich mit dem Vorschlag angeboten, den Stammtisch im Museum abzuhalten. Seit seiner Eröffnung im August 2013 sind die meisten der heute gekommenen 28 Teilnehmer auch häufige Museumsbesucher geworden, wir blieben in vertrauter Umgebung.

Fischland-Darß-Zingst als Filmland zu betrachten lohnt sich, die traumhafte Kulisse lockt immer wieder die Filmleute auf die Halbinsel. Birgitt Sandke gab einen Überblick über alte und neue Produktionen, die hier entstanden, sowohl Kino- als auch TV-filme, aus der Zeit vor 1989 und heutiges. Deren Gesamtzahl lässt sich heute wohl nicht mehr genau angeben, wir einigten uns auf eine Schätzung im hohen zweistelligen Bereich.

Die für den heutigen Abend ausgewählten Filme wurden nicht nur vorgestellt, Birgitt Sandke hatte sich zwei besonders Sachkundige an die Seite geholt, die dann die gezeigten Filmausschnitte detailliert erläuterten. 1956/57 entstand als deutsch-französische Coproduktion der Defa-Film „Die Hexen von Salem“, dessen Außenaufnahmen am Darßer Weststrand gedreht wurden. Davon wusste Herr Karrasch zahlreiche Einzelheiten zu berichten, er war als Borner in die Betreuung der Filmleute eingebunden. Für die Verfilmung des Theaterstücks von Arthur Miller „Hexenjagd“ hatte Jean-Paul Sartre das Drehbuch geschrieben, die Musik Hanns Eisler komponiert. Mit Simone Signoret und ihrem Ehemann Yves Montand war europäische Filmelite auf dem Darß, ein Jahr später drehte die Signoret den Film „Der Weg nach oben“, der ihr 1960 einen Oscar einbrachte.

In „Stürmische Zeiten“, 2008 für das ZDF produziert, schlossen wir wieder ausführliche Bekanntschaft mit Wolfgang Stumph. Alles, was das Fischland bieten konnte, kam in diesem Film über den Rohrdachdeckermeister Werner Stegemann vor die Kamera. Aus der langjährigen Freundschaft zwischen dem Schauspieler und Alfried Nehring ergaben sich schon viele Filmerlebnisse, für die wir uns auch hier wieder bedanken konnten. Vor Jahren stellten die beiden auch hier im Kunstmuseum ihren Film „Eine Liebe in Königsberg“ vor. Auch ein schöner Abend.

Wir gingen mit dem Wunsch, hier entstandene Filme vielleicht auch einmal wieder in voller Länge anzusehen, ältere vor allem.


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