Wir fuhren die rostigsten Eimer – Geschichten von wilden Zeiten in Wustrow und auf hoher See

Lesung und Gespräch mit Ruth Mamerow, Hamburg


Horst Marmerow (1939-2021) absolvierte seit 1955 eine Lehre im Fischkombinat, machte Ende 1956 seine erste Reise auf der „Leuna“ unter Kapitän Langhinrichs aus Niehagen, studierte ab 1960 an der Seefahrtschule, die er mit dem Patent B 6 abschloss, und fuhr danach bis 1978 als 1. Offizier und Kapitän auf vielen Schiffen des Rostocker Kombinats. Anschließend arbeitete er in der Einsatzleitung und zum Schluss im Außenhandelsbetrieb Fischimpex.

Seine Seefahrtsgeschichten schrieb seine Schwester auf und machte daraus zu seinem 70. Geburtstag ein Buch, das in überarbeiteter Form 2021 noch einmal gedruckt wurde.

Sein Inhalt ist sicherlich nicht nur für die Familie von Interesse.


Über die „christliche Seefahrt“ mit all ihren Attributen kann man in dem vorgestellten Buch lesen. Auch in der Fischerei war das Leben nicht leicht, auf hoher See nicht, aber auch nicht an Land. Davon wußte Horst Marerow aus seinem langen Seefahrerleben viel zu erzählen. Er erzählte es seiner Schwester und daraus wurde das Buch, das uns Ruth Marerow nun vorstellte.

Man hätte sich gewünscht, dass an diesem Abend mehr als 11 Interessierte den Weg ins Cafe Martha´s in die Strandstraße gefunden hätten.

Die Anwesenden erfuhren viel Interessantes über das damalige Fischkombinat in Marienehe, vom Fischfang und dem Leben an Bord, über Kapitäne und Matrosen, auch manch Lustiges. Ruth Marerow hatte eine gute Auswahl getroffen.

Wir können hier nur über Gelesenes und Erzähltes schreiben, nicht über Gehörtes, waren wir selbst doch wegen eines runden Geburtstages nach Schweden gefahren. Deshalb möchten wir uns auch auf diesem Wege bei Corinna Platzeck-Willmann und Raimund Willmann für den „übernommenen“ Stammtisch bedanken.

Wenn in der heutigen Zeit die Seefahrt in unserer Region auch nicht mehr die dominante Rolle spielt, die sie hier Jahrhunderte einnahm, wenn vor allem die nachwachsenden Jahrgänge anderen Idealen nachstreben, so bleibt sie doch in den Annalen des Fischlandes mit goldenen Lettern stehen. Auch Binnenländer werden davon immer wieder erzählen, wie z.B. Horst Mamerow in seinem Buch, der Kapitän aus Altentreptow.

Das Meer ist eben nicht nur zum Kreuzfahren gut, es ist vielen auch Broterwerb und Arbeitsplatz, früher wie heute. Zum Glück hat es heute manche Gefahren der Vergangenheit verloren. Auf einer der Paternoster-Schären bei Marstrand in Schweden steht heute noch der Leuchtturm, bei dessen Anblick die Seeleute früher ein Vaterunser beteten, damit sie gut „um die Ecke“ kommen, von Kattegat in den Skagerak oder umgekehrt. Wir hatten eine spiegelglatte See.

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