mit Prof. Dr. Lehmann, Wustrow
Häufig und fundiert ist über die Seefahrtschule geschrieben worden: Von dem, was man dort lernen konnte, vom erfolgreichen Aufstieg dieser Studieneinrichtung, von erfahrenen Lehrkräften, von ihrem Höhenflug und dem der Seefahrt in der DDR, von glanzvollen Zeiten wie auch dem Hinüberwandern der eigentlichen seemännischen Ausbildung nach Warnemünde. Wie aber ging es in der Lehrstätte zu? Das können nur die wissen, die dort studiert oder eben als Lehrer, Angestellte und Handwerker ihr Brot verdient haben. Natürlich hat ein jeder von ihnen es anders erlebt. Du wirst nicht zwei finden, die sich in ihrer Erinnerung das Gleiche bewahrt haben.
Und nun kommt ein Isenbahner daher, um seine Erfahrungen mit diesem Hochschulteil auszubreiten. Seht es ihm nach, es kann nur Subjektives sein! Vielleicht aber erfüllt es trotzdem einen guten Zweck: Es wird die eigenen Erinnerungen beleben. Denn irgendwie ist dieses Haus auf dem Stegberg doch ein Stück eines jeden Fischländers.
Das Pseudonym, sei´s drum, der Vorleser wird sich manchem als alter Bekannter erweisen. Vor zwei Jahren beispielsweise stellte er sich in der Winterakademie mit „Wasserstoff und Brennstoffzellen“ vor. Da ist es nur konsequent, dass die „Miniaturen“ nicht in dem lokal Vergangenen verweilen. Bestimmte Arbeiten in dem südlichsten Gebäude auf dem Fischland in Kombination mit der frühen Nutzung des Windaufkommens an dieser Stelle trugen dazu bei, nachhaltige Technologien zu entwickeln, ohne die die Energiewende eine unerreichbare Vision bliebe. Auch hierbei gibt es erzählenswerte Erfahrungen…
Das Buch ist vor wenigen Wochen im BS-Verlag Rostock erschienen. Wir laden hier mit den obigen Worten des Autors ein und freuen uns, dass wir das Buch so zeitnah vorstellen können.
Konnten wir vor zwei Wochen bei den Käthe-Miethe-Tagen auf den 125. Geburtstag dieser interessanten Frau anstoßen, gab es nach 2 ½ Jahren Stammtisch die 30. Folge, noch einmal ein Jubiläum, wenn auch ein kleineres. Herzlichen Dank für die schönen Blumen, wir werden und wollen uns auch künftig um gute Inhalte kümmern.
Der März wurde ein richtiger Miethe-Monat, am Montag konnten wir bei unserer monatlichen Zusammenkunft im Freundeskreis für Kloster- und Stadtgeschichte im Konventsaal des Ribnitzer Klosters das neue Teneriffa-Buch vorstellen. Zählt man die 18 Stammtisch-Teilnehmer noch hinzu, kommt man in diesem Monat auf über 100 Miethe-Freunde.
Nach der Vorstellung des Buches „Miniaturen vom Stegberg“ vor wenigen Wochen, die wir in der überfüllten Bücherstube in Wustrow erlebten, ging Prof. Dr. Lehmann auf unsere Bitte, diese Präsentation beim nächsten Stammtisch in Althagen zu wiederholen, freundlicherweise auch sofort ein. Wir räumten den Termin frei und können heute sagen, dass wir einen der anregendsten Stammtische erlebt haben.
Die „Miniaturen …“ erweisen sich als Buch, das unserem Anspruch Literarisches vom Fischland von gestern und heute zu Worte kommen zu lassen, in allem nachkommt und dabei auch noch das Morgen einschließt. Toll!
Aus dem Gestern hörten wir manche Episode aus dem privaten und beruflichen Leben des Autors, das über lange Jahre mit der „Anstalt“ auf dem Stegberg, mit Wustrow und mit dem Fischland verknüpft war, aber auch persönliche Wahrnehmungen und Reflektierungen gesellschaftlicher Entwicklungen jener Zeit. Das Aha-Erlebnis am Wustrower Windrad, dem damals landesweit ersten, wurde zu einer Initialzündung, die ins Heute führte, vor allem in Stralsund ausgestaltet wurde und wird, und bei der uns schnell bewußt wurde, dass sie für unser aller Morgen von großer Bedeutung ist.
Wir erlebten in unserer Mitte einen nimmermüden Forscher, der auch noch als Emeritus die Wasserstoff-Brenstoffzellen-Energiegewinnung vorantreibt, der trotz aller Gegenwinde am Ball bleibt. Er ließ uns teilhaben, wie sich aus den Kontakten der Forscherteams Wustrow/Stralsund-München-Südkorea, beginnend in Vorwendezeiten eine Energiesparte entwickelt hat, die wirklich „sauber“ ist. Man wünscht sich dabei, dass ihr einziger Lobbyist der gesunde Menschenverstand sein sollte. An verschiedenen Enden der Welt erlebten wir Anfänge, Erfolge, aber auch retardierende Momente der Entwicklung der Wasserstoff-Brennzellen-Energietechnik: Wir verfolgten mitten im Pazifik das Windmühlenprojekt auf den Galapagos-Inseln, hofften auf eine Lösung in Namibia, nahmen unterstützende, aber auch hemmende Bürokratie der UNO in Wien zur Kenntnis, machten Abstecher nach Florida und nach Peenemünde. Im eigenen Land bleibt es mühsam. Trotz aller Widerstände gehören hier zu den ersten Realisierungen von Energie aus Brennstoffzellen auch der Wasserstoffbus aus Barth, mehrere in Hamburg und ein Studentenauto aus Stralsund. Chinesen und Japaner sind inzwischen aber viel breiter aufgestellt.
Überzeugt davon, dass sich gute Ideen über kurz oder lang schon immer durchgesetzt haben, begannen wir am Schluss noch eine anregende Diskussion. Vielleicht könnten wir (nicht unbedingt im Stammtisch-Format) einzelne Miniaturen aus dem Buch zu einem späteren Zeitpunkt noch weiter diskutieren, wenn es alle Interessierten gelesen haben.
Uns haben die vielschichtigen „Miniaturen“ jedenfalls gepackt, wir waren schnell mit dem Lesen des Buches fertig. Inzwischen haben wir auf den Internetseiten der Stralsunder Hochschule weiteren interessanten Lesestoff gefunden, z.B. über das XXIV. Energie-Symposium vom letzten November (s. OZ-Artikel im Anhang). Im Tagungsbericht steht eine Zusammenfassung, die auch als Fazit unserer Diskussion gelten könnte:
„Inzwischen hat uns die Entwicklung gelehrt, dass im Gegensatz zu Akkumulatoren ausschließlich Wasserstoff als Medium für die Langzeitspeicherung von Elektrizität in so großem Stile geeignet ist, dass ein mit regenerativer Energie arbeitendes Netz stabil betrieben werden kann und eben nicht auf fossil befeuerte Regelleistungskraftwerke angewiesen sein wird. Auch im mobilen Bereich bietet Wasserstoff als Kraftstoff Vorteile gegenüber Batterien zur Versorgung der Elektromotore, denken wir nur an das ständige Mitbewegen großmassiger Akkus und das Erreichen langer Strecken zwischen zwei Tankaufenthalten sowie die deutlich unaufwändigere Infrastruktur bei Wasserstoffnutzung.“ (Lehmann, S. 248 – hier einfach ohne Copyright hingeschrieben; Entschuldigung!).
Um einen Energiemix zünftig vernünftig aus erneuerbaren Ressourcen zu gestalten, werden Wustrower und Stralsunder Stimmen sicherlich weiter zu hören sein. Hatte das Windrad lange Zeit ein Alleinstellungsmerkmal, bleibt das bei der Folgeentwicklung für den Wind am Fischländer Strand weiter so.


