Gespräch mit Hans-Günther Pawelcik, Worpswede
Als 1992 „Die Geschichte eines Dorfes zwischen Fischland und Darß“ – so der Untertitel der Chronik von Friedrich Schulz – im Fischerhuder Verlag in Zusammenarbeit mit der Bunten Stube erschien, war das der Beginn einer Zusammenarbeit, die bis heute andauert und die die „Ahrenshoop-Literatur“ vielfältig erweitert hat. Inzwischen sind auch die Miethes dort vertreten: Käthe Miethes “Unterm eignen Dach“ hat eine Neuauflage erfahren, ebenfalls „Unser Haus in Althagen“ über die 1901 von Adolf Miethe erworbene B 10. Das Künstlerlexikon und die drei gewichtigen Bände zu Paul Müller-Kaempff wurden schnell zu Standardwerken.
Wir freuen uns, „Pawel“ Pawelcik als Verleger und guten Freund begrüßen zu können, der vieles zu diesen Büchern, deren Autoren und zu Künstlerkolonien berichten kann, er lebt ja auch in einer.
Letztmalig versammelten wir uns im Café Martha´s. Leider gab es nur 11 Interessenten für die inzwischen recht umfangreiche Fischlandliteratur aus dem Atelier im Bauernhaus, die uns Hans-Günther Pawelcik vorstellen konnte.
Seit Mitte der 1970-er Jahre gibt es den Verlag, von Linken in Opposition zur damaligen Bundesrepublik gegründet, denen z.B. Gadaffi die Teilnahme an einer zweiwöchigen Buchmesse in Tripolis durch Bereitstellung eines Charterflugzeuges ermöglichte. Unter der Devise „Weltoffen und heimattreu“ hat sich der Verlag bis heute mit einem Programm in den Sparten Kunst, Literatur und Regionales vor allem mit vielen Publikationen zu den europäischen Künstlerkolonien einen Namen gemacht. Nach der Wende war es vor allem Hans-Günther Pawelcik, der Kontakte nach Ahrenshoop, Schwaan u.a. Künstlerorten suchte und knüpfte. Diese Entwicklung gipfelte in der 1994 in Brüssel erfolgten Gründung von EuroArt, der Vereinigung europäischer Künstlerkolonien, die heute rund 80 Mitglieder aus mehr als 20 Ländern umfaßt.
Die ersten Bücher, die in Fischerhude über Ahrenshoop entstanden, waren „Ahrenshoop – die Geschichte eines Dorfes zwischen Fischland und Darß“ (1992)“ und „Lexikon der Künstlerkolonie Ahrenshoop“ (2001) von Friedrich Schulz, in Zusammenarbeit mit der Bunten Stube. Inzwischen gibt es eine beachtliche Fülle von Titeln, von denen einige mit manchen Einzelheiten ihrer Entstehung recht kurzweilig vorgestellt wurden. Eine einzigartige Fischland-Fundgrube sind die 3 Bände von Wolfgang Reif (1,2: Lesebuch, 3: Literaturgeschichte), die bis 2013 erschienen. Traurig mussten alle zur Kenntnis nehmen, dass Renate Billinger-Cromm zwar die Präsentation der 2. Auflage ihres Buches über Hedwig Woermann noch miterleben konnte, kurze Zeit später aber verstarb. Im Januar werden wir ihrer im Kunstmuseum gedenken.


