mit Solveig-Ulrika und Adrian Crohn, Ahrenshoop/Wustrow
Am 30.12.2018 starb Cornelia Crohn im Alter von 64 Jahren.
In Sachen Kultur war sie eine Fischländer Institution und hinterlässt auch darüber hinaus ihre Spuren bei uns.
Seit 1977 arbeitete Frau Crohn in Ahrenshoop für den Kulturbund und leitete diesen vor Ort bald als Verbindungsglied zwischen Kulturlandschaften, Einheimischen und Gästen.
Sie schrieb Gedichte, Geschichten, Kinderbücher und vieles mehr. Als Autorin und Schauspielerin agierte sie zum 125. Geburtstag von Käthe Miethe in dem Bürgertheater „Die Ahrenshooper Teil II“. Sie war eine vielseitige Schriftstellerin und eine leidenschaftliche Interpretin der Werke von Käthe Miethe.
Durch ihren Humor und ihre Tatkraft hat sie viele Menschen inspiriert und mitgerissen.
Wir freuen uns, zu diesem Stammtisch ihre Kinder begrüßen zu können, die von ihrer Mutter erzählen.
Gut, dass es diesen Stammtisch gab; nicht gut, dass er ohne Cornelia Crohn stattfinden musste. Wir hatten in der Vergangenheit mehrfach einen Termin vereinbart, der aber immer wieder aus Krankheitsgründen verschoben werden musste. Vor gut einem Jahr mussten wir dann von Cornelia Crohn Abschied nehmen, für immer.
Der Stammtisch, zu dem sich 42 Teilnehmer eingefunden hatten, stellte uns Cornelia Crohn als eine Zeitgenossin vor, die neben ihrer eigentlichen Arbeit als Lehrerin immer wieder Zeit fand, das Hier und Heute in ihren Gedichten und Erzählungen zu spiegeln, stimmungsvoll, lyrisch, aber auch kritisch. Das wurde uns dankenswerterweise von ihren Kindern nahegebracht, Tochter Solveig und Sohn Adrian erzählten von ihrer Mutter, lasen einige ihrer Gedichte und aus verschiedenen Erzählungen. Dazu hatten sie auch zahlreiche Fotos ausgewählt, mit denen sie uns am Leben ihrer Mutter teilhaben ließen. Wir bekamen Einblicke in ihre Arbeitsmethode, in das Zurückziehen zu Schreibwochen in einen Bungalow in den mecklenburgischen Wäldern, in ihre Reisen auf die britische Insel, erfuhren aber auch einiges über die Arbeit im Kunstkaten und ihr kommunalpolitisches Engagement im Wustrower Sozialausschuss.
Aus den Lyrikbänden hörten wie einige Gedichte, aus den Erzählungen kurze Abschnitte und auch etwas aus den Kinderbüchern, die uns Sprache und Meinung der Autorin noch einmal näherbrachten. Zum 125. Jahrestag der Künstlerkolonie wurde mit „Die Ahrenshooper und ihre weisen Frauen“ eine bearbeitete Fassung des 1893 von Axel Delmar geschriebenen Stückes „Die Ahrenshooper“ unter Mitwirkung von Cornelia Crohn aufgeführt, die damit die Gründung eines Bürgertheaters wagte, mit dem sie unter dem Titel „Die Ahrenshooper II“ eine dramatisierte Fassung von Käthe Miethes „Die Flut“ erarbeitete und aufführte. Sicher wird sich diese Arbeit fortsetzen, nun aber leider ohne sie.
Mit Käthe Miethe verband sie viel, sie gab einige ihrer Werke neu heraus, auch aufgefundene journalistische Arbeiten Käthe Miethes stellte sie in einem Sammelband vor. Zu einer Zusammenarbeit mit dem Käthe-Miethe-Stammtisch kam es dagegen nicht mehr (s.o.).


