Althagen auf dem Fischland – Bewohner und Häuser zwischen gestern und heute, Büdner, Bauern, Häusler

mit Charlotte und Dr. Peter Dillwitz, Althagen


Die beiden Autoren haben die von Werner Viergutz vor Jahrzehnten begonnene Sammlung in einem 390-seitigen Buch im Selbstverlag 2012 uns allen zugänglich gemacht. Diese großformatige und mit zahlreichen Illustrationen versehene Arbeit gibt ein umfassendes Bild des Dorfes und seiner Menschen mit belegbaren Unterlagen aus der Vergangenheit bis in unsere Zeit.

Wir freuen uns nach der Buchvorstellung auf eine angeregte Diskussion mit allen Teilnehmern.

Die seinerzeitige Auflage ist leider restlos verkauft. Das Buch kann derzeit nur in den Bibliotheken ausgeliehen werden.


Zum ersten Stammtisch im Jahr des 125. Geburtstages von Käthe Miethe trafen sich 31 Interessierte in Malchens Café, wo daraufhin wieder fast jeder Stuhl besetzt war.

Die 2012 erschienene erste Auflage des von Charlotte und Dr. Peter Dillwitz vorgestellten Buches ist inzwischen vergriffen, eine zweite in Vorbereitung. Einige Teilnehmer hatten ihre Exemplare mitgebracht, die während des Abends an den einzelnen Tischen auch immer wieder genutzt wurden.

Familie Dillwitz ließ uns mit ihrem Vortrag tief in die Dorfgeschichte blicken, spiegelte die einzelnen Etappen aber auch gleichzeitig an der mecklenburgischen Geschichte: Die Ländereien als herzogliches Lehen, das Ribnitzer Kloster und das Fischland, die Erbpacht und die Abgaben, der Canon, die Auswirkung der Reformation und das Domanium, die Besonderheiten der fischländischen Hufen, Büdnereien und Häuslereien, die einzelnen Haustypen, die Unterschiede zum preußischen Ahrenshoop.

In diesem großen geschichtlichen Bogen ließen sie an zahlreichen Beispielen das Leben und die Lebensumstände von Althägern lebendig werden, darunter die Zerstörungen durch Sturmfluten und Brände. Die Anzahl der Bauern war gering, über die Jahre sogar rückläufig, einige Hufen wurden gelegt. Die Anzahl der Büdner war zwar wesentlich größer, konnte sich aber nur durch Neuparzellierung gelegter Hufen vergrößern. Die vom Herzog 1753 vorgegebene Struktur blieb bis ins letzte Jahrhundert bestehen.

Die Seefahrt der Fischländer, die von den Althägern auch umfänglich betrieben wurde, klammert das Buch absichtlich aus. Eine Auswirkung zeigt sich aber in der Geschichte zahlreicher Hufen und Büdnereien: 2. und 3. Heiraten waren an der Tagesordnung, sie waren nach dem Tod der Hausfrau (Krankheiten, Kindbettfieber), die Haus und Hof eines seefahrenden Ehemannes über lange Zeit allein führen musste, genauso überlebenswichtig wie auch nach dem Seemannstod des Hausvaters.

Die Mitteilung, dass auch für Niehagen an einem entsprechenden Buch gearbeitet wird, hörten wir mit Freude. Allerdings kommt hier die spärliche Aktenlage erschwerend hinzu.

An der anschließenden Diskussion beteiligten sich viele. Das sollten wir auch für künftige Stammtische anstreben. Die Frage nach der Bedeutung des Wortes „Büdner“ blieb an diesem Abend zwar offen, einmaliges Googeln hätte jedoch schnell helfen können. Eine geäußerte Vermutung war richtig: niederdeutsch „Bäudner“, abgeleitet von „Bude“, auch als Käter, Kätner oder Kossate bezeichnet,

Die Büdnerei-Geschichten gehen weiter: Im Februar steht die B 39 aus Niehagen im Mittelpunkt.

Die geplanten 2018-er Themen hängen wir noch einmal an – die Ahrenshooper Kurverwaltung hat sie inzwischen als Veranstaltungen in Malchens Café auf ihre Internetseite gestellt -, ebenso den Plan der 8. Käthe-Miethe-Tage, den der Wustrower Veranstaltungskalender der Monate Februar/März enthält.


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