Adolf Miethe – Lebensdaten

25.04.1862 in Potsdam
05.05.1927 in Berlin

1862 

– 25.4. Geburt von Adolf Christian Emil Miethe in Potsdam, Elternhaus: Am Schloß 1.

– Vater: Friedrich Albert Miethe (1830–1916), Königlicher Leutnant im Feldjägercorps, seit 1859 Pfefferküchler und Schokoladenfabrikant, später Stadtältester. Die Familie stammt aus Halle. Dort hatte der Urgroßvater Johann Friedrich Miethe (1791–1832) die heute älteste deutsche Schokoladenfabrik gegründet.

– Mutter: Caroline Miethe, geb. Goedeking (1834–1924), zeitweise (unter dem Pseudonym C. Thieme) als Schriftstellerin tätig. Ihr Vater war Beamter an der Königlichen Münze in Berlin. Die Familie stammt aus Ansbach.

– Besuch der Bürgerschule, der Großen Stadtschule, des Victoria-Gymnasiums. Zunächst wenig Interesse an der Schule; oft kränklich und körperlich schwach, vielfältiges Interesse an der Natur.

1881 

– 1.12.–11.8.1882 Sonnenbeobachtungen, Erscheinungen auf der Sonnenoberfläche, Sonnenflecke (Manuskript).

– Interesse für Photographie, erste Versuche, Bau von Instrumenten (Fernrohr, Photoapparat, Spektroskop, Mikroskop).

– Bei Schlicht und besonders Eugen Huguenel viel gelernt.

– Kleiner englischer Reiseapparat ohne Objektiv vom Vater als Geschenk erhalten.

– Durch Lateinnachhilfe Geld für kleinen Steinheilschen Antiplanat verdient.

– Die Photographie „blieb nun fortdauernd mein Steckenpferd“.

– Durch Kontakte mit H. C. Vogel und O. Lohse von der Potsdamer Sonnenwarte, dem späteren Astrophysikalischen Observatorium, festigt sich der Berufswunsch zum Studium der Astronomie.

1883 

– 30.8. Abitur.

– Studium der Astronomie, Mathematik und Physik in Berlin, wohnte zunächst im Melanchthon Haus, einer wohltätigen frommen Stiftung.

– Mitglied im akademischen Astronomischen Verein, ab 3. Semester Vereinsvorsitzender. – Astronomieausbildung bei Wilhelm Foerster, dem Direktor der Berliner Sternwarte, und bei Tietjen, Mathematik bei Weierstraß, Kummer und Fuchs, Physik kaum bei Helmholtz, sondern (aus Geldgründen) bei Paalzow an der Gewerbeakademie.

– Bescheidenes Zubrot durch Unterricht für Offiziere der Kriegsakademie und optische Rechnungen.

– Eintritt in den Verein zur Förderung der Photographie, den H. W. Vogel leitete. Bekanntschaft mit Gädicke, der in der Ritterstraße in seiner Privatwohnung eine der ersten bescheidenen Trockenplattenfabriken eingerichtet hatte.

– Erste optische Arbeit über die Lochkamera in der vereinseigenen Zeitschrift „Photographische Mitteilungen“ publiziert.

– Beschäftigung mit der Malerei, spätere Lieblingsneigung. Malausflüge besonders in die Potsdamer Umgebung. Ein Pastellbild wurde auf der großen Berliner Kunstausstellung angenommen. „Daß ich mit meiner Malerei auch zeitweise erkleckliches verdient habe, ist merkwürdig.“

– In den ersten Semesterferien 3 Monate praktische Arbeit in der Mikroskopfabrik von Prof. Hartnack in Potsdam; dort und am Observatorium schon als Schüler gearbeitet.

1885 

– Erste Sommerreise nach Norwegen. Anregung und Begeisterung für den Norden durch Bücher: „Afraja“ von Mügge, „Drei Sommer in Norwegen“ von Passarge und „Auch einer“ von Theodor Vischer.

– Überfahrt mit der „Olav Trygvason“ von Hamburg nach Bergen. Finanzierung durch eine ausgezahlte Lebensversicherung. Seitdem Nordsee mindestens 30-mal überquert,

„… bittere Erfahrung, daß ich nicht seefest war“.

– Bis zum Weltkrieg Beziehungen zu Norwegen, „die für mein ganzes Leben von Bedeutung und Wert gewesen sind“, besonders intensiv.

– Reisetagebuch Norwegen, Juli (Manuskript).

– Porträtaufnahmen mit Blitzlicht (gemeinsam mit Gädicke) bringen im Atelier von Haberland in Berlin zufriedenstellende Ergebnisse.

1887 

– Sommerreise nach Norwegen.

– Erfindung des Magnesium-Blitzlichtes (zusammen mit Gädicke) und Herausgabe einer entsprechenden Anleitung bei Knapp in Halle a. d. Saale; Beginn der lebenslangen Zusammenarbeit mit Wilhelm Knapp als Verleger.

– Im Winter von 1887 auf 1888 Fortsetzung des Studiums in Göttingen, speziell in Theoretischer Physik, Optik, Astronomie und Chemie. Lehrer waren vor allem Woldemar Voigt und Victor Meyer.

– Bekanntschaft und langjährige Freundschaft mit Alf Guldberg, der Mathematik studierte und später Professor in Christiania (Oslo) wurde.

1888 

– Wanderungen in die Göttinger Umgebung, im Vorfrühling 1888 auch in den Südharz.

– Sommeraufenthalt der Eltern in Bad Sachsa im Hause des früheren Rittergutbesitzers Leutnant Müller aus Ascherode.

– 19.4. „Künstliches Licht für die Photographie“, Vortrag in der Polytechnischen Gesellschaft in Berlin.

– Versuche in der Potsdamer Umgebung werden in der Presse als unerklärbares „Wetterleuchten“ beschrieben, später mit „Unfug Miethe“ in den Aufzeichnungen des Observatoriums gestrichen.

– Sommerreise nach Norwegen, Reisetagebuch Norwegen,10.8.–1.9. (Manuskript).

– „Der Alligator“ von Jonas Lie, Übersetzung aus dem Norwegischen.

1889 

– 27.1. Verlobung mit Anna Ida Marie Müller aus Bad Sachsa.

– Plan aufgegeben, nach Abschluß der Studien mit einer Assistentenstelle an einer Sternwarte die wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen.

– Konstruktion einer Magnesiumblitzlampe.

– Berechnung und Konstruktion eines Anastigmaten und anderer optischer Linsen.

– Herausgeber des „Photographischen Wochenblatts“, bis 1893.

– 29.5. Verteidigung der Dissertationsschrift über „Axinometrie astronomisch-photographischer Fixsternaufnahmen“ in Göttingen und Entschluss, die erworbenen theoretisch-praktischen Kenntnisse in der optischen Industrie zu verwerten.

– Eintritt als optischer Rechner in die Mikroskopfabrik von Prof. Dr. h.c. Hartnack, dem letzten großen Empiriker in der technischen Optik, in Potsdam.

– Berechnung und Bau photographischer Objektive, zunächst nach dem Steinheilschen Vorbild.

1890 

– 10.4. Hochzeit in Bad Sachsa mit Marie Müller.

– Erste eigene Wohnung in Potsdam: „war keineswegs schön“.

– Hartnack schenkt vierzehntägige Ferien, „die wir zu einer Reise nach Hiddensee benutzten und harmlos vergnügt wie die Schneekönige genossen.“

– Im Frühherbst Umzug in eine bessere Wohnung in der Teltower Vorstadt.

– Prächtiger Garten und Segelgelegenheiten an der Nuthe. Kauf einer Jolle.

– Erster Anastigmat.

– Herausgabe des „Taschenkalenders für Amateur-Photographen“, bis 1896.

1891 

– Überlegungen zur Gründung einer eigenen Anstalt zur Fertigung photographischer Objektive, da Steinheil und Voigtländer diese Richtung nicht als Schwerpunkt sehen und Goerz nur „gute, keineswegs hervorragende“ Linsen fertigt.

– Vater hat Bedenken, will kein Geld leihen. Aufgabe der Pläne. – Hartnack stirbt. Erben sind uneinig über Perspektive. Entlassungen, schneller Niedergang des Unternehmens.

– Im April Eintritt als Wissenschaftlicher Beirat in die Optische Industrieanstalt von Schulze und Bartels in Rathenow.

– Umzug nach Rathenow in eine recht billige 5-Zimmer-Wohnung.

– Berechnung und Konstruktion eines Teleobjektivs aus langbrennweitiger Sammellinse und kurz brennweitiger Zerstreuungslinse, Patent: Die Linsenkombination, deren Patentschutz ich nachsuche, hat den Zweck, entfernte Gegenstände im vergrößertem Maßstabe und zwar in beliebiger Größe zu photographieren.

– 11.4. Geburt der Tochter Ingeborg Friederike Christiane (noch) in Potsdam.

– Erste Essays zu naturwissenschaftlichen Themen.

1893 

– 11.3. Geburt der Tochter Käthe Ella Ottilie in Rathenow.

– Entwicklung großer Seefernrohre, Herstellung der zylindrischen Brillengläser in Maschinenfertigung.

– Geschäftliches muß mit Bartels grundsätzlich beim Frühschoppen in der Gaststätte besprochen werden.

– Schwieriger Aufbau eines neuen Freundeskreises, zu dem die Maler Schmitgen aus Berlin und Frentzel gehören. Gemeinsame Unternehmungen in die Umgebung, auch Malurlaube.

– Herausgabe des „Atelier des Photographen“, bis 1923.

– „Photographische Optik ohne mathematische Entwicklungen für Fachleute und Liebhaber“ bei Mückenberger in Berlin.

1894 

– „Grundzüge der Photographie“ bei Knapp in Halle a. d. Saale.

– Vertretungsweise Leitung des „Prometheus“, da der Herausgeber eine längere Auslandsreise nach Amerika antritt. Zahlreiche eigene, kleinere Publikationen, im Wechsel mit Witt.

– Abkehr vom „Wochenblatt“ und Gründung einer neuen großen photographischen Zeitung auf Veranlassung der Verlagsanstalt Knapp in Halle a. d. Saale: „Das Atelier des Photographen“ mit dem Beiblatt „Photographische Chronik und Allgemeine Photographische Zeitung“.

– Jagen, Schneeschuhlaufen, Schlittschuhfahren, Segeln und Wandern in der Mark.

– Freundschaft mit den Heidepriems, die ein Leben lang hält.

– Patentstreitigkeiten über das Entfernungsmessen in Doppelfernrohren mit de Grousselier, der schließlich an Zeiss verkauft.

– Weitere photographische Arbeiten, die auch auf Ausstellungen erfolgreich sind.

– Annahme des Angebots von Voigtländer & Sohn Braunschweig zum Eintritt als Mitarbeiter.

– Die von Petzval errechnete Linse, die Voigtländer in Wien und Braunschweig baut, stellt das Ende der empirischen Linsenherstellung dar.

– Der Abbesche Anastigmat und der Goerzsche Doppelanastigmat läuten inzwischen aber eine neue Epoche ein.

– Umzug nach Braunschweig.

– Ausschließliches Arbeiten auf dem Gebiete der photographischen Optik möglich, dazu ausgezeichnete Bedingungen und Förderung.

– Konstruktion von Zielfernrohren für Handfeuerwaffen, Prismen-Doppelfernrohren und Galileischen Fernrohren.

– Schneller Aufbau eines neuen Freundeskreises: Voigtländer, Ärzte, Banker, Lehrer, Chemiker, Techniker. Viele Wanderungen, u.a. in den Harz, auch auf den Brocken.

1895 

– Erfindung eines Stereo-Entfernungsmessers.

– Entwicklung des Collinear, das zu den Linsen von Goerz und Zeiss konkurrenzfähig ist. – Urlaub in Südnorwegen.

1896 

– „Lehrbuch der praktischen Photographie“ bei Knapp, gemeinsam mit Mente.

– Mit genaueren Prüfvorschriften und -werkzeugen können mit Hilfe eines ehemaligen Meisters aus der Hartnackschen Fabrik genauere Flächen für optische Zwecke hergestellt werden.

– Aktive Werbung für die neuen Produkte muss die Kunden erst davon überzeugen, dass das Vorurteil, dass Voigtländer jahrelang auf seinen Lorbeeren geschlafen habe, inzwischen nicht mehr zutrifft.

– Während einer Norwegenreise mit Marie Besuch bei Foget Michellet in Stavanger, einem Bekannten von einer früheren Reise mit dem Vater.

1897 

– „Künstlerische Landschaftsphotographie – 12 Kapitel zur Ästhetik photographischer Freilichtaufnahmen“ bei Knapp.

1898 

– Wohnung in der Leonhardtstraße 2 in Braunschweig.

– Herausgeber der „Zeitschrift für Reproduktionstechnik“ bei Knapp, bis 1921.

– Sommerurlaub in Tirol, da Voigtländer die einseitige Nordorientierung wiederholt kritisiert: Oetztaler Alpen und Braunschweiger Hütte.

– Vorbereitung der Umwandlung des Betriebes in eine AG mit Voigtländer als Aufsichtsrats vorsitzendem und Miethe als einem von zwei gleichberechtigten Direktoren.

– Herstellung von Prismenfernrohren löst das Galileische Fernrohr endgültig ab.

– In Berlin stirbt kurz vor Weihnachten H. W. Vogel, Inhaber des Lehrstuhls für Photochemie und Spektralanalyse und Vorsteher des Photochemischen Laboratoriums an der TH Charlottenburg.

1899 

– 1.10. Berufung an die Königliche Technische Hochschule Charlottenburg als Nachfolger Vogels.

1901 

– Arbeiten zur Spektralanalyse, Anwendung des Dunkelkammerlichts und zur Lichthofbildung bei photographischen Schichten.

– Photographische Aufnahmen vom Ballon. Erfindung eines Chromophotometers.

– Erster Urlaub in Ahrenshoop. Marie und die Kinder wohnen erst bei Eva von Pannewitz, die ganze Familie dann bei Elisabeth von Paepke.

– Kauf der Büdnerei 10 in Althagen (Um- und Ausbau bis zum nächsten Sommer, seitdem ständiges Urlaubsdomizil der Familie).

1902 

– Mit Iso-Cyaninen („Ätylrot“) gelingt die Sensibilisierung im Rot-Orange-Bereich, womit die Farbempfindlichkeit der photographischen Platte über das gesamte sichtbare Spektrum hergestellt ist.

– „Vom Jahre 1902 an war die Farbenkammer meine stete Begleiterin“.

– 9.4. Vortrag über Naturfarbenphotographie in der Berliner Urania in der Taubenstraße vor dem Kaiser und geladenen Gästen.

– In Althagen segelt Miethe eine ältere Hamburger Rennjolle. Sie ist das erste Fahrzeug im Hafen, das nicht zum Broterwerb genutzt wird.

– 6.5. Deutsches Reichspatent Nr. 142926 „Verfahren zur Herstellung panchromatischer Trockenplatten“ (gemeinsam mit Traube).

– Konstruktion einer Wechselschlittenkamera („Miethe-Dreifarbenkamera“), die Bermpohl baut.

– Konstruktion eines Dreifarbenprojektors, bei Bermpohl, Goerz und Meißner in unterschiedlichen Ausführungen gebaut.

– Der Goerzsche Projektor hat die Maße 120 x 60 x 70 cm, wiegt 80 kg und kann die Bilder auf eine 30 qm große Fläche projizieren.

– Im Winter und Sommer Herstellung einer ersten Sammlung farbiger Naturaufnahmen.

– „Die Dame mit dem roten Sonnenschirm“ schreibt als erste Porträtaufnahme in natürlichen Farben Photogeschichte, Veröffentlichung im Heft 6 der „Zeitschrift für Reproduktionstechnik“.

1903 

– 29.1. Verleihung des Ordens Roter Adler 4. Klasse.

– 28.2. öffentlicher Vortrag in der Berliner Urania zur Dreifarbenphotographie. Starke Beachtung in der Presse (Berichte vom Vortrag am Samstag in den Montagausgaben vom 2.3.).

– 18.3. Patentschrift 155178/57b „Verpackung für photographische Platten“, gemeinsam mit Fritzsche.

– Versuche mit Traube über sensibilisierende Wirkung künstlicher Farbstoffe.

– 3. Auflage der „Grundzüge der Photographie“. Halle a. S.

– Herausgabe der „Photographenzeitung“.

– Miethe stellt die Dreifarbenphotographie in seinem Vortrag „Farbige Photographie durch additive Synthese“ in Berlin auf dem V. Internationalen Kongreß für angewandte Chemie vor.

– Anfrage des Vertreters des Reichs für die Weltausstellung 1904 in St. Louis, „ob ich dort einen meiner Farbenbildwerfer ausstellen und eine Reihe von Farbenvorträgen zu halten willens sei“.

– Wunsch des Landwirtschaftministers, „durch Farbenbilder seine Wirtschaftsbetriebe auf dem Gebiet des Forstwesens, des Weinbaus und anderer landwirtschaftlicher Gewerbe“ auf der Weltausstellung zu erläutern mit dem Ziel, „den Dollarleuten deutsche Landschafts- und Städtebilder in dem neuen Verfahren vorzuführen“.

– Im Sommer und Herbst Beginn einer „eifrigen Sammelarbeit von Farbbildern aus allen deutschen Gauen“.

– Mehrere Publikationen zur Dreifarbenphotographie.

1904 

– Perutz in München bringt die ersten panchromatischen Platten in den Handel.

– Zwischen 1903 und 1906 erfolgt eine bauliche Vergrößerung des Chemiegebäudes, wodurch auch das Photochemische Laboratorium mehr Platz erhält.

– Großzügige finanzielle und materielle Unterstützung aus dem von-Martius-Fonds und durch die Industrie, v.a. Voigtländer und Goerz.

– 1.7. Wahl zum Rektor der TH für die (damals übliche) Amtszeit von einem Jahr.

– Auseinandersetzungen über eine katholische Studentenverbindung zerrütten das bisher gute Verhältnis zwischen Hochschule und Studentenschaft. Miethe als Rektor muss einen Ausschuss und einen Studentenrichter bemühen.

– Konstruktion einer Farbkamera („Bermpohl-Naturfarbenkamera“). – Im April-Heft der „Westermannschen Illustrierten Deutschen Monatsheften“ kann sich die breite Öffentlichkeit über die Dreifarbenphotographie informieren.

– Kinematographische Aufnahmen eines Ausbruchs von Sonnenprotuberanzen (17 bis 20 Aufnahmen pro Sekunde).

– Auf der Weltausstellung erregen die Bilder wegen ihrer großen Farbechtheit viel Aufsehen. Miethe läßt sich aber „im Hinblick auf die heimischen Pflichten“ von seinem Assistenten vertreten.

– Ausstellung einer „Auswahl von chemischen Präparaten aus der Reihe meiner photographischen Farbstoffe“ in St. Louis scheitert, da die Kiste in Berlin vergessen wird. Miethe erhält dafür trotzdem drei große und zwei goldene Preise.

– „Dreifarbenphotographie nach der Natur“ bei Knapp.

– Im Sammelalbum Nr. 7 der Stollwerck A.G. erscheinen zum Jahreswechsel Dreifarbenphotographien.

1905 

– 26.1. Rektorrede am Vorabend des Kaisergeburtstages: „Die geschichtliche Entwicklung der farbigen Photographie“.

– 4.7. Verleihung des Titels „Geheimer Regierungsrat“, der nach den „Wirklich Geheimen Räten“ und den „Räten 1., 2. und 3. Klasse“ in der Titelhierarchie an 5. Stelle steht.

– 2. Auflage der „Künstlerischen Landschaftsphotographie“ von 1897 und der Rektorrede. – Vortrag über „Die moderne Ballonphotographie“ im Berliner Verein für Luftschifffahrt.

– Im Sommer entsteht auf der Engelbrechtschen Werft in Zeuthen Miethes erstes größeres Segelfahrzeug, der „Strolch“. Vorher hatte er in Potsdam nur Jollen gesegelt, davon eine auch kurzzeitig mit nach Rathenow genommen.

– Fertigstellung des Erweiterungsbaus des Chemiegebäudes, in dem das Photochemische Laboratorium nun 2 neue Etagen beziehen kann, „ausreichende und im allgemeinen zweckmäßige Räumlichkeiten“.

– Zusammen mit Schoch: Eintritt in den Wannseer Segelclub. Mit dem „Strolch“ einige Preise beim Wettsegeln. Spätere Boote waren u.a.: „Lump“ (erstes 5-m-Boot, „seiner ganzen Bauart nach ungewöhnlich lebensgefährlich“), „Luise“ (6-Segellängen-Kreuzer, „aus der Hand eines vorzüglichen Rennseglers“).

– Erste Farbaufnahme von einem Ballon aus, Höhe 450 m.

– Bartoschek kauft für seinen Hausbau in Althagen von Miethe einen Stoppelacker und muß dabei versprechen, ein „Haus im Landschaftsstil“ zu bauen (Büdnerei 87 im Althäger Grenzweg).

– Arbeiten mit Lewin und Stenger über spektrale Eigenschaften tierischer Farbstoffe.

– 15.11. Vortrag „Über das Spektrum des Rubin“ in der Physikalischen Gesellschaft.

– Wohnung in der Wielandstraße 13 in Charlottenburg.

1908 

– 6.1. Verleihung des Königlichen Kronenordens 3. Klasse.

– Expedition nach Assuan zu Untersuchungen des Sonnenspektrums und Dämmerungsbeobachtungen; zusätzliche finanzielle Unterstützung aus dem von-Martius-Fonds, zahlreiche Dreifarbenphotographien.

– In mehreren Berliner Tageszeitungen aktuelle Expeditionsberichte Miethes.

– Reisetagebücher Ägypten, 28.1.–8.4. (Manuskript).

– Dämmerungsbeobachtungen, 8.2.–8.3. (Manuskript).

– Weitere Beobachtungen im August in den Alpen (Zermatt, Gornergrat, Monte Rosa), Berlin und Althagen.

– 2. Auflage der „Dreifarbenphotographie nach der Natur“ von 1904.

– Organisation der ersten Althäger Fischerregatta.

– Die Ägypten-Bilder erscheinen bei Rotophot als Postkarten, ebenso wie vorher schon die Photographien aus Deutschland, Österreich und Italien.

– Nach dem erstmalig angelegten Verzeichnis über Lehrveranstaltungen an der TH Charlottenburg hält Miethe im Wintersemester drei Vorlesungen (Spektralanalyse, Allgemeine Photographie, Einführung in die photographische Optik) und bietet Praktische Arbeiten im photographischen Labor, Photographische Übungen und ein Spektographisches und spektralanalytisches Praktikum an. Damit steht er mit seinen Lehrverpflichtungen an der Spitze seiner anderen Professoren-Kollegen, die zwischen 3 und 5 Veranstaltungen anbieten.

1909 

– „Unter der Sonne Oberägyptens – neben den Pfaden der Wissenschaft“ bei Reimer in Berlin, erstes Buch mit Dreifarbenbildern (44 und 133 Netz-Ätzungen).

– „Photographische Aufnahmen vom Ballon aus“ bei Knapp.

– Gutachten „Zur Frage der Florabüste im Kaiser-Wilhelm-Museum“.

– Nach der 2. Regatta: „Die Althäger Fischerregatta“ in „Die Yacht“.

1910 

– Wohnung in der Ringbahnstraße in Halensee.

– 14.4. Einweihung der Photographischen Sternwarte der TH Berlin.

– Im Sommer: Deutsche Arktische Zeppelin-Expedition nach Spitzbergen, unter Teilnahme von Prinz Heinrich; Miethe ist „Expeditionsphotograph“.

– Erneutes Gutachten zur Flora-Büste im Kaiser-Wilhelm-Museum, das den „Simplizissimus“ zu einer Satire anregt.

1911 

– 13.4. erste Farbaufnahme des Vollmondes mit einem 30cm-Reflektor von Schmidt-Goerz in der Sternwarte des Photochemischen Laboratoriums.

– Mitherausgeber von „Mit Zeppelin nach Spitzbergen“ bei Bong in Berlin. Prinz Heinrich schreibt das Vorwort. Miethe gibt einen umfangreichen Expeditionsbericht. Das Buch enthält 29 Dreifarbenphotographien, u.a. von Miethe.

– Lloyd-Reise mit Tochter Inge nach Spitzbergen, dabei Besuch bei Konsul Jebens in Tromsö.

– Stolzer Bericht an Prinz Heinrich, „daß meine Sonderklassenyacht ‚Tante Laura‘ in der Berliner Herbstwoche unter 16 Konkurrenten als bei weitem bestes Boot mit 2 ersten, drei 2. und einem 4. Preis abgeschnitten hat und daher den Kronprinzenpokal erworben hat“.

– Im Herbst als Jury-Vorsitzender auf der Weltausstellung in Turin.

– Bis 1921 Herausgeber von „Die Technik im XX. Jahrhundert“, Band I–V, bei Westermann in Braunschweig, auch als Autor beteiligt; 1911 erscheint Band I.

1912 

– Wohnung in der Halberstädter Straße 7 in Halensee.

– 16./17.4. Aufnahmen der Sonnenfinsternis. Nach der gelungenen Aufnahmenserie mit dem neuen Reflektor entschließt sich Miethe, zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis 1914 zusammen mit Goerz eine Expedition nach Nordnorwegen auszurüsten. Mit Goerz gibt es eine sehr gute Zusammenarbeit. Miethe gehört seit langem dem Aufsichtsrat an.

– Von der „Technik im XX. Jahrhundert“ erscheinen die Bände II bis IV. Im Band IV ist Miethe mit dem Abschnitt „Graphik“ vertreten.

– Die guten Arbeitsbedingungen an der Photographischen Sternwarte schlagen sich in mehreren Beiträgen in der astronomischen Fachpresse nieder.

1913 

– Im Winter 1912/13 erhält die Sternwarte einen Goerzschen Doppelreflektor mit 50 und 30 cm Spiegeldurchmesser.

– Arbeiten zur Herstellung feinkörniger Schichten für die Photomikrographie.

– „Zur Abwehr und Aufklärung an die Herren Juweliere“ (Manuskript).

– Aus Anlass der Rettung der Schröder-Stranz-Expedition in Norwegen. „Zwei Gerettete und sieben Tote haben zusammen 90 000 Kronen gekostet. Ein kläglicher Erfolg.“

– 28.6. „Ich habe hier viel Arbeit. Zum Segeln bin ich fast nicht gekommen. Nur einen II. Preis“.

1914 

– „Naturwissenschaftliche Plaudereien“ (25 Essays zwischen 1892 und 1912) bei Mückenberger in Berlin.

– Vom 14.3. bis zum 1.4. mit Seegert zur Vorbereitung der Sonnenfinsternis-Expedition in Norwegen.

– Am 4.7. mit dem Postdampfer ab Hamburg zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis vom 21.8. nach Norwegen.

– Aufbau der Station in Sandnessjoen, Insel Alsten. Der Kriegsausbruch verhindert den vollständigen Transport der Expeditionsgüter und ruft viele Teilnehmer nach Deutschland zurück. Miethe muß schließlich alles allein mit Seegert bewältigen, bei norwegischer Unterstützung. Trotzdem sehr gute Ergebnisse. Der Rücktransport der Geräte verzögert sich bis 1918, trotz intensiver Bemühungen und mehrerer Reisen.

– Reisetagebuch Norwegen, 5.8.–29.8. (Manuskript).

– Miethe meldet sich als Freiwilliger zum Kriegsdienst und dient bis zum Kriegsende als Leutnant. Er arbeitet bei der Militärstelle des Auswärtigen Amtes, wertet im Presseamt die norwegische Presse aus, leitet „fast ein Jahr lang die Ausbildung der Seeflugzeugbeobachter im Lichtbildwesen“, wird vom Chef der Hochseeflotte mit dem Aufbau einer Sonderkommission für die Entdeckung von Seeminen von Flugzeugen aus beauftragt, ist Wissenschaftlicher Beirat der Kaiserlichen Minenversuchskommission, arbeitet in der Vermessungsabteilung des Generalstabs, im 6. Stab des Marinefluggeschwaders, bei der I. und II. Segelfliegerabteilung, ist Mitglied der Sonderkommission für Minenversuche, stellvertretender Abteilungschef im Generalstab der Armee.

– Im Wintersemester liest Miethe die Spektralanalyse und die Allgemeine Photographie mit Übungen und bietet Photographische Laborarbeit an. Dagegen fallen die Einführung in die photographische Optik, die Astronomische Photographie und das Spektrographisch-photographische Praktikum aus.

1915 

– Die o.g. Lehrveranstaltungen sind auch im Wintersemester 1915 mit dem Hinweis gestrichen „ausgefallen wegen Kriegsarbeit“.

1916 

– Am 21.1.1916 erhält er das EK II am schwarz-weißen Bande für Vermessungsarbeiten an der Westfront, besonders an den Argonnen vor Verdun. Im selben Jahr verleiht ihm Seine Königliche Hoheit der Großherzog Friedrich August von Oldenburg das Friedrich-August-Franz-Kreuz II.

– Im Sommersemester liest Miethe nur die Photochemie und bietet Photochemische Laborpraxis und Photographische Übungen an. Im Wintersemester muß er die Vorlesungen schon im Februar beenden: „Verfrühter Schluß. Lehrer nach Macedonien“.

– „Die totale Sonnenfinsternis vom 21. August 1914, beobachtet in Sandnessjöen auf Alsten (Norwegen). Gemeinsame Expedition der Sternwarte der Kgl. TH Berlin und der Optischen Anstalt C.P. Goerz AG“, gemeinsam mit Seegert und Weidert, bei Vieweg in Braunschweig.

– 25.7. „‘Tante Laura‘ noch günstig verkauft … (4500 Mark!!), so wollen wir, wenn alles gut geht, für hier eine Küstenjolle und für den ASV eine Einheitsjolle erwerben“.

– Kauf der Büdnerei 34/35 in Althagen für Tochter Käthe.

– Miethes Vorlesungen finden überhaupt nicht statt: „Ausgefallen wegen militärischer Dienstleistung“.

– Das „Lehrbuch der praktischen Photographie“ und die „Künstlerische Landschaftsphotographie“ erscheinen in 3. Auflage.

1920 

– 14.–20.3. Die Leipziger Technische Messe hat erstmalig eine Kinomesse.

– 20.4. Gründung der Deutschen Kinotechnischen Gesellschaft. Miethe wird zum Beisitzer gewählt.

– Band V der „Technik im XX. Jahrhundert“ erscheint mit Miethes Beitrag „Das Fliegerbild als Aufklärungsmittel“.

– 5. Auflage der „Photographischen Optik“.

– „ABC des Lichtbildners“ bei Knapp.

– 17.12. Patentschrift 352165/57b „Verfahren zur Herstellung direkter Positive“.

1921 

– Band VI der „Technik im XX. Jahrhundert“ erscheint als 2. Ergänzungsband der Reihe. Damit schließt Miethe die Herausgabe dieses enzyklopädischen Werkes nach über einem Jahrzehnt ab.

– „Die Selbstherstellung eines Spiegelteleskops“ bei Franckh in Stuttgart.
– 4. Auflage der „Künstlerischen Landschaftsphotographie“.

– 11.5. Patentschrift 379179/57b „Verfahren und Einrichtung zur indirekten Röntgenphotographie“.

– Mehrere Beiträge zu Kino und Film.

– 3.7. Pressevorführung des Films „Im Flugzeug zum Mond“ im Marmorhaus.

– 27.10. Patentschrift 366554/30f „Verfahren und Vorrichtung zur Messung der Dosis bei Bestrahlung mit Licht- und Röntgenstrahlen“, gemeinsam mit Henschke.

– 21.12. Patentschrift 386381/80b „Verfahren zur Herstellung von künstlichem Schmuckmaterial“.

1922 

– 2. Auflage von „Unter der Sonne Oberägyptens“.

– 25.4. weltweite Würdigung zum 60. Geburtstag, Miethe flüchtet nach Althagen.

– 5.6. Vortrag „Farbenempfindliche Filme“ in der Deutschen Kinotechnischen Gesellschaft. – 23.7. Patentschrift M76122/80b „Verfahren zur Herstellung von künstlichem Schmuckmaterial mit Seidenglanz“, gemeinsam mit von Hirschberg.

1923 

– „Spitzbergen: das Alpenland im Eismeer, Sommerfahrten und Wanderungen“, Hagen i.W. Miethe widmet dieses Buch, das wieder 18 Dreifarbenbilder enthält, dem Andenken an Graf Zeppelin.

– „Die Quelle des Glücks oder der Brief vom Fischer Markus“, Übersetzung aus dem Norwegischen.

– 4. Auflage der „Praktischen Photographie“, 3. Auflage von „Unter der Sonne Oberägyptens“.

1924 

– Publikationen über eine angebliche Umwandlung von Quecksilber in Gold, die Miethe und Stammreich als Ergebnis des Reinigens von Quecksilberlampen vermuten, lösen in der Öffentlichkeit eine wahre Hysterie aus.

1925 

– Die „Goldmacherei“ hat weiter Hochkonjunktur.

– Beginn umfangreicher Vortragsreihen zu den unterschiedlichsten Themen in der „Funkstunde“. Das entstehende neue Medium nutzt Miethe im Berliner Rundfunk zur Wissenschaftspropaganda: März: Neues Land – 3 Sendungen; Juni, Juli: Das Himmelsfernrohr und seine Meister – 6 Sendungen; Dezember: Spitzbergen – 4 Sendungen. – „Die Dame mit der Kamera“ bei Stilke in Berlin.

– „Das Land der Pharaonen – Ägypten von Kairo bis Assuan“ bei Schröder in Bonn. Miethe hat nach 24 ausgewählten Ägypten-Photographien von 1908 Pastellbilder gemalt, die er nun mit kurzen historischen und geographischen Erläuterungen veröffentlicht. Er widmet das Buch Königin Victoria von Schweden.

1926 

– Herstellung von Photographien von Versteinerungen im ultravioletten Licht – zur Darstellung von Einzelheiten, die im Tageslicht nur schwach oder nicht erkennbar sind.

– Funkstunde, Januar, Februar: Ziel und Wege der Naturfarbenphotographie – 7 Sendungen; Juni: Fischerei und Fischerleben in Norwegen – 2 Sendungen.

1927 

– Funkstunde, Januar, Februar, März: Aus den Tiefen des Weltraumes – 6 Sendungen (unvollendet).

– 5.5. Tod an den Spätfolgen eines Eisenbahnunfalls. Im Friedhofsbuch ist als letzte Berliner Adresse Augsburger Straße 63 eingetragen.

– Beisetzung im Familienbegräbnis auf dem Alten Friedhof in Potsdam unter Teilnahme des gesamten Lehrkörpers der Technischen Hochschule.

– Letzte Publikation, posthum: Die Fluorographie von Fossilien, gemeinsam mit Born. 

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