Gunther und Drüber – Gunther Emmerlich und Ahrenshoop, aus seinen Büchern und lustige Anekdoten

Lesung und Gespräch mit Kristian Wegscheider, Dresden/Ahrenshoop, und Wolf-Dieter Jacobi, Radebeul


Im letzten Sommer verabredeten wir für dieses Jahr „Ahrenshoop II“ als Fortsetzung. In der Zwischenzeit erreichte uns die schreckliche Todesnachricht …

Nun bleiben uns nur eine große Verbeugung und ehrendes Gedenken.

Kristian Wegscheider und Wolf-Dieter Jacobi, gute Freunde und Skatbrüder von G.E., werden sich gemeinsam mit uns an ihn erinnern. Wir freuen uns, dass wir uns dazu in der Ahrenshooper Fischerkirche versammeln können.


Auf unserer sommerlichen Wanderschaft kamen wir heute in der Ahrenshooper Schifferkirche unter, dem uns immer noch faszinierenden Neubau von 1951. An diesem herrlichen Sommerabend fanden 53 Interessierte den Weg hierher, nur einer kam nicht, konnte nicht mehr kommen, obwohl wir uns bereits im Vorjahr in Malchens Café mit ihm für eine Fortsetzung verabredet hatten: Gunther Emmerlich. Er war im Dezember überraschend gestorben.

Kristian Wegscheider ist es zu danken, dass es mit der Fortsetzung doch klappte. Als Partner brachte er aus der legendären Dresdner Skatrunde Wolf-Dieter Jacobi mit. Beide lasen Texte Emmerlichs, nicht nur aus dem 4. Band seiner Erinnerungen, erzählten mancherlei aus den gemeinsamen Jahren. Es wurde eine würdige Hommage, die uns den Kammersänger, Entertainer, Ahrenshoop-Urlauber, Bürgerrechtler, Weltbürger weiter mit Erinnerungen an ihn in unsere Köpfe eingruben. Danke!

Wir sehen den Torwart mit seiner unsicheren Frage, ob man den Ball auch anfassen darf, oder den völlig Durchnässten, als er nach überstandener Segeltour im Räucherhaus seine Sachen halbwegs trocken bekommt, seine Fahrten mit dem vornehmen Wolga, seinen vergeblichen Kampf mit dem Standkorb, sein Kiebitzen an den anderen Skattischen, wenn wieder einmal zum Turnier geladen wurde. Die Preisvergabe erinnert uns dabei an die bei der Zeesbootregatta 1908 in Althagen. In Dresden war die beste Wishkyflasche dem vorletzten Platz vorbehalten; Miethe, Barg und Jaeckel bedachten als Organisatoren alle Teilnehmer mit einem Preis, wobei der Letztplazierte sich als erster einen Preis aussuchen durfte, der Sieger bekam dann den übriggebliebenen.

In Dresden, wo Gunther Emmerlich viele Jahre zum Ensemble der Semperoper gehörte und danach bis zuletzt mit vielfältigen Programmen landauf, landab unterwegs war, moderierte er den Opernball, ein Jahrzehnt lang. Den dort seit 2006 verliehenen St.Georgs Orden bekam er selbst 2016. Nach der 3-jährigen Pause gibt es seit diesem Jahr den Choros-Award, den Emmerlich bei der ersten Verleihung posthum erhielt. Eine sehr schöne Geste.

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